Sicherung des Lebensstandards: 112.000 Euro monatlich für Kim Dotcom

Ein neuseeländisches Gericht hat entschieden, dass dem Internetmillionär Kim Dotcom monatlich rund 112.000 Euro für die Aufrechterhaltung seines Lebensstandards zustehen. Neben 50.000 Euro Miete für seine Villa bezahlt er damit auch seine Bediensteten.

Kim Dotcom bekommt jetzt monatlich knapp 112.000 euro Taschengeld
(Foto: Kim Dotcom, Twitter)

Der ehemalige Megaupload-Chef Kim »Dotcom« Schmitz hat einen weiteren Erfolg gegen die neuseeländische Justiz errungen. Bereits zum zweiten Mal erstritt sich der Internetmillionär, dessen Vermögen einst auf 175 Millionen US-Dollar geschätzt wurde, eine Erhöhung der ihm monatlich zur Verfügung stehenden Summe aus seinem beschlagnahmten Vermögen. Nachdem ihm die neuseeländischen Gerichte zuerst nur etwa 13.000 Euro pro Monat zugestanden und diese Summe dann auf 39.000 Euro erhöht hatten, konnten seine Anwälte nun sogar eine monatliche Summe von 112.000 Euro zur Erhaltung seines Lebensstandards herausschlagen. Damit blieb das Gericht nur knapp unter der Forderung von 125.000 Euro, die Dotcoms Anwälte ursprünglich eingefordert hatten. Zur Begründung dieser Summe hatten sie unter anderem vorgetragen, dass Dotcom neben der Miete von gut 50.000 Euro für das teuerste Haus Neuseelands, dessen Kauf ihm die Einwanderungsbehörde einst untersagt hatte, auch acht Angestellte und seine Familie mit zwei geschiedenen Frauen und fünf Kindern unterhalten müsse. Außerdem sind in dem Betrag auch Posten wie jeweils 10.000 Euro für Benzingeld für seine Autos sowie das Sicherheitspersonal enthalten. Hinzu kommen auch noch Schulden bei seinen Anwälten in Höhe von angeblich über einer Million Euro, die Dotcom noch zurückzahlen muss. Die Richter folgten dieser Argumentation im Großen und Ganzen, kürzten den Gesamtbetrag jedoch etwas, da sie fünf Hausbedienstete für ausreichend halten.

Während der exzentrische Deutsche Ex-Hacker nun also wieder etwas mehr finanziellen Spielraum zur Bewältigung seines luxuriösen Alltags hat, droht ihm jedoch gleichzeitig von anderer Seite neues Ungemacht. Da die neuseeländischen Behörden festgestellt haben, dass Dotcom ihnen einige vorher im Land begangene und geahndete Rechtsverstöße wie eine Geschwindigkeitsüberschreitung um fast 100 km/h bei seiner Einreise verschwiegen hatte, werden Auslieferungsanträge gleich mehrerer Länder wie Deutschland, USA und Finnland nun ebenfalls erneut geprüft.

Kim Schmitz war Anfang 2012 von den neuseeländischen Behörden im Rahmen einer Hausdurchsuchung verhaftet worden, nachdem die USA seinen Downloaddienst Megaupload abgeschaltet und einen Auslieferungsantrag gestellt hatten. Zunächst hatte ein Gericht die Hausdurchsuchung und Festnahme im Auftrag der Amerikaner für illegal erklärt, woraufhin sich sogar Premierminister John Key bei Dotcom entschuldigt hatte. Im vergangenen Jahr entschied jedoch das oberste Gericht als höchste Instanz, dass die Razzia und die damit einhergehenden Beschlagnahmungen von Akten, Vermögen und Wertgegenständen wie mehreren Luxusautos doch rechtmäßig gewesen seien. Dotcom sieht sich weiterhin als Opfer der übermächtigen amerikanischen Behörden, die ihm seiner Ansicht nach die finanzielle Möglichkeit einer ordentlichen Verteidigung nehmen wollen.