Gratis-Upgrade für viele Businesskunden: Kostenloses Windows 10 für Unternehmen

Microsoft-Manager Oliver Gürtler hat gegenüber CRN bestätigt, dass die kostenlose Upgrade-Option auf Windows 10 im ersten Jahr nach dessen Veröffentlichung auch für viele Unternehmenskunden gelten wird.

Abo-Modell für Unternehmen

Die Sprach- und Gestensteuerung sollen die Computernutzung revolutionieren
(Foto: Lars Bube, CRN)

Den zahlreichen Spekulationen aus dem Channel um ein Abonnement-Modell für Windows 10 will Microsoft weiterhin weder eine klare Zu- noch eine Absage erteilen. »Ob es ein Abo-Modell geben wird oder nicht, sagen wir derzeit noch nicht«, so Gürtler ganz im Sinne der offiziellen Linie US-Konzernspitze. Gleichzeitig deutete jedoch Finanzchefin Amy Hood bei der Verkündung der aktuellen Quartalszahlen an, dass es durchaus Planungen für Abo-Modell gebe. Dieses sei allerdings vorerst nur für Unternehmenskunden angedacht. Damit kristallisiert sich also immer mehr heraus, dass es zumindest für den Übergang innerhalb der nächsten Jahre eine Mischform geben könnte. Während Konsumenten, die das kostenlose Upgrade nicht nutzen wollen oder können, sich wie bisher auch eine Lizenz kaufen, könnten oder müssten Unternehmen Windows 10 ähnlich Office 365 als Miet-Service beziehen.

Microsoft beschwörte im Rahmen der Veranstaltung in München die positiven Zeichen am PC-Markt. Das Ende der Lebenszeit von Windows XP hat nach Einschätzung des Unternehmens nur einen kleinen Teil dazu beigetragen, dass sich der Absatz von Desktops stabilisiert habe. Auch wenn es die klassische Desktop-Umgebung als alleiniges Modell nicht mehr gebe, bleibe der PC weiterhin eines der wichtigsten Arbeitsmittel im Büro, während im mobilen Bereich Hybriden und Convertibles zunehmend den Tablets mit ihren vergleichsweise eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten den Rang ablaufen. Windows 10 soll diesem Trend gerecht werden und statt der bisher oft geschlossenen Silos und Betriebssysteme für verschiedene Geräteklassen eine nahtlose Nutzererfahrung über alle Arbeits- und Gerätemodelle hinweg bieten. Um seine Daten und Einstellungen wirklich auf verschiedenen Geräten nutzen zu können, muss man allerdings eine Windows Live-ID und den Cloud-Speicher OneDrive nutzen. Zudem könnte gerade die kostenlose Upgrade-Option dem PC-Markt einen erheblichen Dämpfer verpassen. Wenn Unternehmen für neu gekaufte PCs Lizenzgebühren bezahlen müssten, während sie Windows 10 auf alten Geräten kostenlos betreiben können, hätte das wahrscheinlich zur Folge, dass einige ihre Investitionen in neue Hardware möglichst lange hinauszögern.

Interessante Neuigkeiten für Unternehmen gab Microsoft auch bezüglich des neuen Browsers bekannt, der aktuell noch unter dem Projektnamen »Spartan« läuft. Trotz des neuen Ansatzes soll auch der Internet Explorer parallel vorerst weiterentwickelt werden. Dies ist vor allem den Unternehmenskunden geschuldet, die zahlreiche Ressourcen darauf aufgewendet haben, den Internet Explorer in ihre Ökosysteme und IT-Policies zu integrieren und anzupassen. Mit den neu entwickelten Office-Apps und »Office 2016« und ihrer engen Integration in Windows 10 soll darüber hinaus das Verhältnis von Office und Windows neu definiert werden. Langfristig sieht Microsoft neben der verbesserten Sicherheit und individuellen Anpassungsmöglichkeiten wie eigens angepassten Versionen des App Stores gerade durch die Integration neuer Technologie wie der Assistentin Cortana und der Augmented-Reality-Brille HoloLens erhebliche Vorteile für Unternehmen im Einsatz von Windows 10. Nach Tastatur, Maus und Touch sollen künftig Sprach- und Gestensteuerung die Nutzung von IT-Geräten deutlich vereinfachen und so die Effizienz und Produktivität steigern.

Der nächste große Schritt für Windows 10 steht nun im Februar an, wenn die erste Technical Preview für Smartphones erscheint. Dann wird auch die nächste große Feedback-Welle über das »Insider«-Programm erwartet. Bislang haben sich laut Microsoft über 1,7 Millionen Insider angemeldet und die Technical Preview von Windows 10 heruntergeladen und auf fast drei Millionen Geräten installiert. »Das ist ja fast schon Open Source«, scherzte Gürtler angesichts dieser neuen Offenheit, mit der die Nutzer und ihre Wünsche ins Zentrum der Entwicklung von Windows 10 gestellt werden sollen.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Peter Lustig , 14:52 Uhr

"Open Source" war Microsoft doch schon immer. Wer es nicht glaubt schaut sich einfach mal die Zahlen der Anti-Virenhersteller an.