Online-Steuererklärung Smartsteuer: Lexware nimmt den Channel mit in die Cloud

Noch funktioniert der Softwaremarkt für Steuererklärungen klassisch mit dem Verkauf von Datenträgern. Doch die Zukunft geht in Richtung Portale. Und auch hier will Lexware auf den bewährten Channelvertrieb nicht verzichten.

Markus Dränert, Geschäftsführer Haufe-Lexware: »Smartsteuer ist kein Konkurrenzprodukt zu datenträger-basierter Steuersoftware, sondern eine Marktausweitung«
(Foto: CRN)

Eine Bier-Inspektor-App gegen schlechte Schankmoral der Volksfestwirte gibt es schon. Der Bierdeckel, auf den der Laie seine Steuererklärung notieren kann, dagegen lässt wohl auf sich warten - und wird vielleicht nie kommen. Im Zeitalter der Tabelts und cloudbasierten Tools wäre ein solches digitales Filzchen fürs Finanzamt sicher leicht zu programmieren. Es würde den Spaß an Steuererklärungen mit handfesten monitären Vorteilen verbinden. Denn immerhin bringt eine solche Erklärung dem Otto-Normal-Steuerpflichtigen durchschnittlich 1.000 Euro Rückerstattung ein. Doch knapp ein Drittel der bundesdeutschen Arbeitnehmer, die freiwillig eine Steuererklärung abgeben können, scheuen zur Freude des Staates den immer noch hohen bürokratischen Aufwand.

Mit seinem neuen Produkt Smartsteuer will Lexware zumindest in der Idee dem virtuellen Bierdeckel für die Einkommenssteuererklärung ein Stück weit näher kommen. Die Online-Lösung macht Installations-DVDs überflüssig, ist unabhängig vom Gerätetyp und Betriebssystem und soll einfach und intuitiv zu bedienen sein, verspricht das mittlerweile ganz zur Haufe-Gruppe gehörende Software-Startup aus Hannover. So einfach die Bedienung, so klar ist für den Nutzer die Preisstruktur: 14,95 Euro für Privatnutzer, 29,90 Euro zahlen Gewerbetreibende und Selbständige.

Mit der webbasierten Anwendung von Smartsteuer ergänzt Lexware seine Desktopprodukte um eine Cloud-Variante für Arbeitnehmer und Selbständige. Noch im Januar soll eine native App für Apple iOS dazu kommen. Denn seit rund zwei Jahren beobachtet die Softwarebranche auch bei Finanzprodukten einen Trend zur Tablet-Nutzung. Wie bei allen mobilen Applikationen gilt auch hier: Die Menüs aus den Desktop-Anwendungen einfach in ein Browserfenster oder eine App zu überführen, klappt so nicht. User mobiler Geräte müssen von Programmierern einfachere Menüs präsentiert bekommen.

Mit Smartsteuer hat Lexware vor allem die jüngere Generation im Auge, die erstmals mit Steuererklärungen konfrontiert ist. Die Bedenken, sensible Daten in die Cloud zu stellen, dürfte bei dieser Zielgruppe nicht so ausgeprägt sein, wie bei älteren Semestern. Als Hosting-Partner haben sich die Freiburger die Aachener Synaix GmbH ausgesucht. Die Rechenzentren sind für den Bankenbetrieb zertifiziert. Zudem hat der TÜV die Synaix-Mitarbeiter und deren Umgang mit Daten unter die Lupe genommen. »Die Daten dort sind sicherer als auf einem PC. Denn dieser ist ja oft unverschlüsselt«, sagt Markus Dränert, Geschäftsführer bei Haufe-Lexware.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Werner Harke , 14:27 Uhr

Seit 2013 mache ich die Steuererklärung als Selbstständiger mit Smartsteuer. Ohne Probleme. Jetzt jedoch will meinen Steuerfall 2013 aufrufen um ihn noch mal für die Bank auszudrucken; und erlebe eine Überraschung. Nach etlichem Email Verkehr mit dem Support gelang es nicht, den Steuerfall 2013 aufzurufen. Angeblich soll es ein Menü "Meine Steuerfälle "geben; ich fand es nicht. Wenn das die neue Cloud Lösung ist, mache ich lieber meinen künftigen Erklärungen mit ELSTER; nicht so komfortabel, aber es liegt sicher im Finanzamt. Nach dieser Erfahrung bin ich sehr enttäuscht über Startsteuer, was so gut begann.