Börsianer über Quartalszahlen enttäuscht: Oracle forciert Software aus der Cloud

Im vierten Quartal stagnierte bei Oracle neben der Hardware auch die On-Premise-Software. Die Zukunft sieht CEO Ellison nun in der Cloud.

On-Premise-Geschäft stagniert, Cloud-Umsätze gering

Im abgelaufenen Quartal erreichte der IT-Riese Oracle das untere Ende der eigenen Erwartungen, die Börsianer waren indes nicht zufrieden: Der Aktienkurs brach nach Bekanntgabe der Ergebnisse ein. Der Hersteller teilte mit, dass der Profit 3,6 Milliarden Dollar betragen hat. Im Vergleich zum entsprechenden Quartal des Vorjahrs bedeutet das einen Rückgang um vier Prozent. Der Gesamtumsatz stieg um drei Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar. Die Einnahmen aus neuen Lizenzen für On-Premise-Software stagnierten im vierten Quartal bei 3,8 Milliarden Dollar. Oracle steht hier im Wettbewerb mit Herstellern von Datenbanken wie IBM und Microsoft Oracle sowie von betriebswirtschaftlichen Applikationen wie SAP, Microsoft und anderen. Im Datenbankmarkt sorgt außerdem die von SAP vorangetriebene In-Memory-Technologie für Bewegung.

Das Management des Herstellers machte für das relativ schlechte Abschneiden Investitionen in Cloud-Software verantwortlich. Bei SaaS und PaaS meldete das Unternehmen einen Umsatzzuwachs von 25 Prozent auf 322 Millionen Dollar. Das sind allerdings nicht einmal drei Prozent des Gesamtumsatzes. Weltmarktführer ist hier Salesforce.com. Die Umsätze mit dem Cloud-Segment IaaS stiegen um 13 Prozent auf 128 Millionen Dollar. Die Nummer eins in diesem Markt ist Amazon.com mit der Web-Services-Sparte.

»Unser Cloud-Subskriptionsgeschäft nähert sich einer Run Rate von zwei Milliarden Dollar im Jahr«, sagte Oracle-President Safra Catz. Mehr Software-Umsätze würden sich jetzt über die Laufzeit der Subskription verteilen und nicht mehr vorab eingehen.

Die aus der Sun-Übernahme stammende Hardware entwickelt sich weiterhin zwiespältig. Der Umsatz stagnierte hier bei 5,4 Milliarden Dollar, der Gewinn stieg um ein Prozent auf 14,8 Milliarden Dollar – was einer Marge von stattlichen 39 Prozent entspricht. »Wir haben Suns Commodity-Hardware-Geschäft zu einem profitablen und wachsenden Engineered-Systems-Geschäft gemacht«, sagte Oracle-President Mark Hurd. In den Engineered Systems sind Hard- und Software von Oracle eng aufeinander abgestimmt, um die Performance zu erhöhen und den Verwaltungsaufwand zu verringern.

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