Abmahnungen beim neuen Widerrufsrecht vermeiden: So setzen Sie das digitale Widerrufsrecht richtig um

Das neue digitale Widerrufsrecht hält ab Freitag einige knifflige Herausforderungen für Onlineshops wie das Rückgaberecht für Downloads bereit. Wer sie nicht richtig umsetzt, riskiert teure Abmahnungen.

14 Tage für Download-Rückgabe

Aber auch ganz ohne Lücken in den Angebotsbeschreibungen erhalten die Kunden mit den neuen Regelungen ein grundsätzliches 14-tägiges Umtauschrecht für Downloads, wie es bei anderen online vertriebenen Produkten schon lange Standard ist. Der Händler muss ihm in diesem Fall den gesamten Kaufpreis zurück überweisen, Gutscheine oder andere Wertstellungen sind nicht zulässig. Dieses Widerrufsrecht recht gilt allerdings nur solange der Kunde noch nicht damit begonnen hat, den Download oder Stream herunterzuladen oder zu nutzen. Damit soll verhindert werden, dass Kunden die Angebot nur zum Testen bestellen oder illegal vervielfältigen können.

Hat der Kunde erst mit dem Abruf begonnen, verfällt sein Rückgaberecht. Dies gilt auch dann, wenn er anschließend feststellt, dass beispielsweise ein Kompatibilitätsproblem vorliegt – zumindest, wenn er dieses bereits vorab aus der Produktinformation heraus hätte erkennen können. Für den Handel ist es damit wichtig, einen technisch sicheren Nachweis zu haben, ob ein Kunde bereits begonnen hat, das gekaufte Angebot zu nutzen, indem er Daten heruntergeladen hat. Ein nicht ganz triviales Unterfangen, für das einige Shops erst entsprechend angepasst werden müssen.

Immerhin gibt es auch einen einfacheren Ausweg für den Handel: Mittels eines rechtlichen Kniffs kann ein Händler festlegen, dass er bei einem Download-Angebot die Ausführung des Vertrags vor Ablauf der Widerrufsfrist beginnt. Dazu muss er den Kunden vor dem Verkaufsabschluss sowohl über das digitale Widerrufsrecht informieren, als auch seine ausdrückliche Zustimmung für das vorzeitige Erlöschen einholen. Dies kann beispielsweise über einen extra zu setzenden Haken an einer entsprechenden Infobox realisiert werden. Ein einfacher Eintrag in den AGBs reicht hierzu allerdings nicht aus.

Shops die sich nicht ab Freitag an diese neuen Spielregeln halten, müssen damit rechnen, in Einzelfällen von Verbraucherzentralen oder auch bezüglich mehrerer Angebote von spezialisierten Abmahn-Anwaltskanzleien abgemahnt zu werden. Gerade bei Shop mit vielen Download-Angeboten kann dies schnell zu einer teuren Falle werden. Weitere Informationen zum neuen Widerrufsrecht bieten neben den Verbraucherzentralen auch einige IT-Rechts-Kanzleien.

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