AWS Summit 2014 in Berlin: Amazon Web Services gewinnt an Zugkraft

Amazon Web Services findet auch bei deutschen Unternehmen zunehmend Aufmerksamkeit, wie eine Veranstaltung in Berlin gezeigt hat. Um das Interesse in geschäftliche Erfolge umzumünzen, braucht der Anbieter mehr Partner.

Programme für SIs und ISVs

»Wir bieten Infrastruktur als Service, aber die Gesamtlösung ist deutlich mehr.« Peter Prahl, Senior Manager Alliances and Channel bei Amazon Web Services (Foto: CRN)

»Bei uns gibt es keine klassischen Channel-Konflikte«, betont Prahl. Jedes Partner-Business fließe auch in die Bezahlung der Mitarbeiter aus dem Direktvertrieb ein. Auf diese Weise gebe es eine gute Zusammenarbeit auch bei gemeinsam betreuten Kunden, die Sales-Leute von AWS können Aufgaben an Partner delegieren.

Partner gibt es in vier Kategorien: Registered, Standard, Advanced und Premier. Jeder Partner bekomme die Unterstützung, die er brauche. Registered-Partner benötigen vor allem Schulungen, um AWS kennenzulernen, Advanced-Partner hingegen wollen oft Unterstützung bei der Vermarktung.

Für SIs (System Integrators) und ISVs (Independent Software Vendors) gibt es jeweils ein Acceleration Program. In diesem Rahmen werden Partner ausgebildet und zertifiziert, SIs auch bei Proofs of Concept unterstützt. Darüber hinaus gibt es Market Development Funds für Marketing-Aktivitäten. Für Partner, die AWS Kunden bringen, gibt es außerdem im Rahmen eines Referral-Programm Geld. »Die Teilnahme am SI Acceleration Program erstrecht sich üblicherweise auf ein Jahr und ist mit bestimmten Zielen verbunden«, führt Prahl aus. Dabei kann es sich um Trainings oder Umsätze handeln.

Das ISV Acceleration Program unterstützt Hersteller dabei, Software für AWS zu entwickeln. Dabei kann es sich um bereits vorhandene Produkte oder auch um Neuentwicklungen handeln. Von großen Herstellern wie Microsoft, Oracle oder SAP ist inzwischen fast alles auch für AWS verfügbar, auch bei den kleineren ist AWS Prahl zufolge gut aufgestellt: »Im Prinzip läuft alles, was auf Windows oder Linux läuft, auch auf AWS.« Wenn ISVs von traditioneller Lizenzierung zu SaaS-Anbietern werden wollen, ist eine technische und eine geschäftliche Transformation erforderlich. Beispielsweise gibt es von der Software AG die Modellierungssoftware Aris neuerdings auch als Service aus der AWS-Cloud. Je besser ein Softwaresystem von der Architektur her Parallelität und Skalierung unterstützt, desto leichter fällt ein derartiger Umbau. Bei neuerer Software ist das nach Prahls Erfahrungen oft schon der Fall, bei alten, monolithischen Anwendungen hingegen meist nicht. »Die Software muss mit dem Ausfall von Teilen der IT-Infrastruktur klarkommen«, veranschaulicht der Manager. So lasse sich dann die Skalierung nach unten und oben realisieren.

Training gibt es von AWS Online über das Partnerportal und auch in traditionellen Präsenzkursen bei AWS oder Schulungspartnern. Es gibt Kurse für Administratoren, Entwickler und weitere Rollen, die auch eine Zertifizierung gestatten.