AWS Summit 2014 in Berlin: Amazon Web Services gewinnt an Zugkraft

Amazon Web Services findet auch bei deutschen Unternehmen zunehmend Aufmerksamkeit, wie eine Veranstaltung in Berlin gezeigt hat. Um das Interesse in geschäftliche Erfolge umzumünzen, braucht der Anbieter mehr Partner.

Partner gesucht

»Die Cloud fängt an, in Deutschland Mainstream zu werden.« Martin Geier, Deutschland-Geschäftsführer bei Amazon Web Services (Foto: CRN)

Die AWS-Cloud mag zwar per Selbstbedienung nutzbar sein, doch dafür sind profunde technische Kenntnisse erforderlich. AWS hat große Partner, mit denen das Unternehmen weltweit zusammenarbeitet: Accenture, Capgemini, Wipro und andere. In Deutschland kommen Dienstleister wie TecRacer hinzu, die ganz auf die Cloud ausgerichtet sind, aber auch breiter aufgestellte mittelständische Beratungshäuser wie die Direktgruppe, Beck et al. oder Seven Principles.

Im Channel sollen sich die Partner künftig spezieller nach Kompetenzen zertifizieren können: für Produkte bestimmter Hersteller, für Managed Services und andere Themen. Abgewiesen wird kein interessierter Partner, aber mit Partnern, die strategisch agieren, arbeitet AWS enger zusammen, um die Geschäfte auszubauen.

»Wir arbeiten in Deutschland hart daran, mehr Partner zu gewinnen«, sagt Geier. Der zuständige Manager ist Peter Prahl: »Wir befähigen die Partner, damit sie auf Basis von AWS Geschäfte machen können«, umreißt der Senior Manager Alliances and Channel die Aufgabe des Channel-Managements. AWS unterscheidet zwischen Consulting-Partnern, die oft Systemintegratoren sind, und den ISVs, die bei AWS auch Technologiepartner heißen. Die Consulting-Partner fungieren auch als Managed-Service-Provider, der die AWS-Lösung für den Kunden betreibt und pflegt und vereinbarte Service Levels garantiert. »Wir bieten Infrastruktur als Service, aber die Gesamtlösung ist deutlich mehr«, macht Prahl klar. Es kann sich zum Beispiel um ein ERP- oder ein Web-Content-Management-System handeln. Außerdem hat AWS ein Reseller-Programm, das Consulting-Partnern offen steht. Der Partner könne die AWS-Lizenzen weiterverkaufen und werde dadurch selbst zu einem Cloud-Provider, der Endkunde bekomme alles aus einer Hand. Um Verfügbarkeit und Performance zu garantieren, gibt es bei AWS sogenannte Direct-Connect-Partner, die Leitungskapazität zur Verfügung stellen – sowohl Reseller-Partnern als auch Endkunden. Mit den Direct-Connect-Partnern, die entweder selbst über Leitungen verfügen oder sie von Telekommunikationsanbietern mieten, komplettiert AWS weltweit sein Portfolio. In Deutschland sind hier etwa Equinix und EU Networks tätig. Um die Konnektivität und Bandbreite zwischen den AWS-eigenen Rechenzentren kümmert sich AWS selbst.