CRN-Interview zu gebrauchter Software: »Schmerzhaft und unerwartet für die Software-Hersteller«

Im Interview mit CRN erklären die beiden U-S-C Geschäftsführer Peter Reiner und Walter Lang, warum der gebrauchte Softwaremarkt aus ihrer Sicht nun sicher ist.

Spürbarer Auftrieb fürs Geschäft

CRN: Inwieweit hatten diese Urteile Einfluss auf Ihr Geschäft? War das Jahr 2013 merklich erfolgreicher als die vorherigen?

Reiner: Das EUGH Urteil in 2013 hat unserem Geschäftsmodell einen spürbaren Auftrieb gegeben. Kunden, die auf absolute Rechtssicherheit achten und in den letzten Jahren doch etwas verunsichert waren, konnten nach dem EUGH Urteil wieder für gebrauchte Software begeistert werden. Das Formular und ein kompletter Volumenvertrag bieten absolute Rechtssicherheit.

CRN: Ihr Unternehmen bietet auch Lizenzmanagement an. Gibt es Kunden, für die sich der Einsatz gebrauchter Software besonders lohnt? Oder auch solche, die sich besonders dagegen sträuben?

Reiner: Ja, U-S-C ist auch unabhängiger Lizenzberater, sprich keinem Hersteller und entsprechenden Vorgaben verpflichtet und daher absolut diskret. Wird beispielsweise bei unserer „Vorsorge“ Lizenzanalyse eine versehentliche Unterlizenzierung festgestellt, können wir sofort gebrauchte Software als kostengünstige Ergänzung des Fehlbestandes anbieten. Oder aber auch z.B. einen günstigen Umstieg auf Office 2013 anbieten, da wir die alten Office Lizenzen kostengünstig in Zahlung nehmen können.

CRN: Befeuert der Umstieg von Windows XP den Absatz? Wechseln die Kunden eher zu Windows 7 oder gar 8?

Lang: Die Nachfrage nach Windows 7 ist sehr hoch. Die Schattenseite ist aber, dass das im Gebrauchtsoftwaremarkt zu großen Problemen mit gefälschten Lizenzen geführt hat, wie ja erst der letzte große Fall gezeigt hat. Wir raten daher zu äußerster Vorsicht bei zu günstigen Preisen. Bei einem Marken-Jahreswagen, der nur 20% vom Listenpreis kostet, würde ja auch jeder nachdenklich werden.