Verschleierungstaktik: PC Fritz erneut verkauft

Der umstrittene Onlinehändler PC Fritz hat erneut den Besitzer gewechselt. Wieder sind die Umstände äußerst dubios.

PC Fritz feiert den nächsten Besitzerwechsel. (Bild: Screenshot Facebook, pcfritz.de)

Kaum drei Monate nach der Razzia und der anschließenden Übernahme durch die Le-Na GmbH im Oktober, hat der Onlinestore pcfritz.de erneut den Besitzer gewechselt. Laut Impressum gehört PC Fritz jetzt der Lege Artis GmbH aus Berlin, neuer Geschäftsführer ist Jaroslaw Rugiel. Wie schon beim letzten Besitzerwechsel sind die Umstände des Verkaufs einigermaßen kurios bis dubios. So kommt der neue Eigentümer beispielsweise erneut nicht aus dem IT-Umfeld. Bislang beschäftigt sich Lege Artis laut der eigenen Webseite hauptsächlich mit der Produktion von Videos für Unternehmen, Werbezwecke und Veranstaltungen. Was man mit dem Onlineshop plant, ist noch nicht bekannt, ebenso wenig, ob das alte Personal wie Maik Mahlow weiterhin an Bord ist. Davon ist jedoch auszugehen. Die Preise wurden jedenfalls angehoben, Windows 7 Professional kostet jetzt mit knapp 40 Euro doppelt so viel zu Zeiten der Razzia im September.

Ein weiteres verdächtiges Detail der Übernahme ist, dass – wie in der Vergangenheit schon bei PC Fritz – offenbar auf der Webseite des neuen Eigentümers einige Mitarbeiter mit falschen Namen und aus dem Netz entwendeten Fotos versehen wurden. Wie der Blogger und Journalist Lars Sobiraj herausgefunden hat, versteckt sich etwa hinter dem Foto von »Andreas Seifert« in Wahrheit Andreas Steinbeißer, der als CMO bei der Sausalitos Holding GmbH in München fungiert. Seine als Steffanie Berg vorgestellte Kollegin heißt in Wahrheit Sylvie Schwarz und arbeitet beim TK-Distributor Brodos. Wie Andreas Steinbeißer und Sylvie Schwarz gegenüber crn.de versichern, haben sie jedoch nichts mit PC Fritz oder Lege Artis zu tun und bereits eine entsprechende Unterlassungserklärung gegen die Verwendung der Fotos eingereicht.