»Pornokönig« verkauft sein Tafelsilber: Management-Buyout bei YouPorn

Der deutsche Unternehmer Fabian Thylmann hat sein Erotik-Imperium Manwin für angeblich 300 Millionen Dollar an das Management verkauft.

Der Erotik-Konzern Manwin gehört zu den erfolgreichsten deutschen Unternehmen im Internet. (Bild: detailblick, fotolia.de)

Führungswechsel beim Hamburger Erotik-Riesen: Der in den Medien oft als deutscher »Pornokönig« bezeichnete Unternehmer Fabian Thylmann hat seine Anteile am Erotik-Konzern Manwin an sein Management verkauft. Der kolportierte Verkaufspreis von 300 Millionen US-Dollar, der in etwa dem Jahresumsatz entsprechen soll, zeigt, dass der Boom im Online-Erotikbusiness offenbar auch Jahre nach dem Platzen der Dotcom-Blase ungebremst weiter geht. Zu Manwin gehören einige der weltweit meistbesuchten Webseiten wie Youporn. Thylmann hatte das Unternehmen selbst in den vergangenen Jahren auf- und ausgebaut, sich dabei aber lange als eine Art graue Eminenz im Hintergrund gehalten. Erst durch ein Interview in der Financial Times Deutschland war er im vergangenen Jahr auch außerhalb seiner Branche bekannt geworden.

Wie Thylmann in einem Rundbrief an seine Belegschaft schreibt, den das Branchenportal XBiz veröffentlicht hat, haben er und seine Frau die Entscheidung zum Verkauf »schweren Herzens« getroffen. »Sowohl ich selbst als auch Manwin befinden sich in einer Phase, in der ich selbst nach meinen besten Kräften keinen signifikanten Wert mehr in das Unternehmen einbringen kann«, erklärt Thylmann in dem Brief. Er hoffe jedoch, dass er seinem Management-Team die nötigen Werte und Grundlagen vermittelt habe, um das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft weiter zu führen, so Thylmann. Brancheninsider vermuten, dass die gegen ihn laufenden Ermittlungen wegen der »Verbreitung pornographischer Darbietungen durch Rundfunk, Medien- oder Teledienste« an Minderjährige einer der Hauptgründe für seine Entscheidung zum Verkauf sind. Im letzten Jahr war Thylmann zudem ins Visier der Steuerfahnder geraten, nach einer Verhaftung allerdings gegen Kaution wieder frei gelassen worden.