Dubiose Übernahme: Schmuckhändler kauft PC Fritz

Der Geschäftsführer eines Onlineshops für Schmuck hat den Softwarehändler PC Fritz übernommen. Gegenüber CRN gibt er an, den Geschäftsbetrieb nach den Fälschungs-Anschuldigungen retten zu wollen.

Auch Maik Mahlow soll unter dem neuen Geschäftsführer wiederauferstehen. (Bild: Screenshot, Facebook pcfritz.de)

Zwei Tage nachdem PC Fritz in Emails an einige auf Bestellungen wartende Kunden die Übernahme durch die Le-Na GmbH verkündet hat (siehe: PC Fritz angeblich verkauft), gibt es jetzt erste Details zu dem spontanen Verkauf und dem neuen Eigentümer Aribert-Heinz Peressoni, der inzwischen auch im Impressum von pcfritz.de genannt wird. Allerdings tragen diese wenig dazu bei, die Irrungen und Wirrungen um PC Fritz aufzuklären. Eher führen sie zur weiteren Verunsicherung der Kunden und des Marktes. »Ich komme nicht aus IT Branche und bewege mich nun in einem neuen Geschäftsfeld« bestätigt Perissoni, auf dessen Namen bislang unter anderem ein Onlineschmuckhandel in Berlin läuft, gegenüber crn.de. Er werde den Onlineshop von pcfritz.de allerdings mit der bestehenden Geschäftsstrategie und dem erfahrenen Team von PC Fritz weiterführen. Auch die markanten Promotion-Aktionen wie die Fritzgirls sollen weiter laufen. Dazu werde ihm auch der umstrittene Maik Mahlow beratend zur Seite stehen, bestätigt Perissoni. Mahlow selbst befindet sich laut seinem neuen Geschäftspartner derzeit in Chemotherapie.

Das Angebot zur Übernahme sei von seiner Seite aus initiiert worden, einen Kaufpreis will Perissoni allerdings nicht nennen. »Das Unternehmen befand sich in einer sehr kritischen Phase, so dass eine Übernahme erfolgen musste«, erklärt Perissoni seine Gründe für die Übernahme. Durch die von Microsoft initiierte Durchsuchung der Geschäftsräume, der Beschlagnahmung der Lagerbestände und der Sperrung sämtlicher Konten sowie der zunächst sehr negativen Berichterstattung der Medien, die seiner Ansicht nach vor allem durch die Pressemitteilung von Microsoft ausgegangen ist, sei es der pcfritz.de Onlinestore GmbH schlicht unmöglich, den Geschäftsbetrieb fortzuführen. »Dennoch war und ist der Großteil der Kunden von pcfritz.de durchaus zufrieden und bestellt weiterhin«, so Perissoni gegenüber unserer Redaktion weiter.

Für Perissoni sind die Vorwürfe gegen PC Fritz völlig aus der Luft gegriffen. Wie zuvor auch schon Mahlow sieht er darin eine Schmutzkampagne von Microsoft, um dem erfolgreichen Shop das Wasser abzugraben. Dafür bemüht er erneut das biblische Bild des gegen den Goliath Microsoft kämpfenden Davids PC Fritz: »Sie müssen sich das so vorstellen, ein kleiner Betrieb legt sich mit einem der grössten US-Konzerne der Welt an, das es in dieser Auseinandersetzung nicht freundschaftlich zugehen wird ist sicher leicht nachvollziehbar«. Eine der Gegenmaßnahmen soll es sein, in Zukunft enger mit der Presse zusammenzuarbeiten, um vermeintlichen Fehlinformationen vorzubeugen.