CRN-Interview mit Wolfram Jost von der Software AG: »Unser Ziel ist eine unternehmensweite Agility-Plattform«

Wie die Software AG die Trendthemen Mobile, Social, Cloud, Big Data und In-Memory in einer Plattform für neue Anwendungen berücksichtigt, erläutert im Interview mit CRN Wolfram Jost, bei diesem Hersteller Vorstand für Forschung und Entwicklung.

»Mit den neuen Technologien sind wir für neue Partnerschaften attraktiver.« Wolfram Jost, CTO der Software AG (Foto: Software AG)

CRN: Herr Jost, wie stellt sich das Portfolio der Software AG derzeit dar?

Jost: Wir haben vier Kernbereiche. Im ersten dreht sich alles um Prozesse und Prozessmanagement. Hier haben wir die Technologien Aris und PPM. Im zweiten geht es um die Middleware Webmethods: um Anwendungsintegration und die Infrastruktur dafür. Rules und SOA Governance gehören ebenfalls dazu. Ein neuer Bereich betrifft In-Memory-Computing, Big Data und Analytics. Hier haben wir die Terracotta-Software. Nicht zu vergessen ist der ursprüngliche Bereich der Software AG mit der Datenbank Adabas und der Entwicklungsumgebung Natural. Zwischen diesen Produktbereichen gibt es Integrationen. Das Gesamtangebot führen wir in einer Digital Agility Platform zusammen.

CRN: Wirtschaftlich haben diese vier Bereiche einen unterschiedlichen Stellenwert.

Jost: Die Hauptumsatzträger sind Webmethods sowie Adabas und Natural. Adabas und Natural machen etwa noch ein Drittel des Gesamtumsatzes aus, im wesentlichen durch Bestandskunden. Aris ist kleiner als diese beiden Bereiche. Terracotta ist noch kleiner, wächst aber dafür sehr stark.

CRN: Aris ist schon lange ausgereift, aber umsatzmäßig immer klein gewesen. Software zur Geschäftsprozessmodellierung hat eben nur wenige Benutzer.

Jost: Mit der neuen Version von Aris haben wir einen großen Schritt gemacht und eine Cloud-Architektur eingeführt. Wir sehen, dass durch SaaS und Mobile Computing die Geschäftsprozesse der Unternehmen vor großen Veränderungen stehen. Für das Management dieses Wandels braucht man Tools wie Aris. Die neue Version zielt nicht zuletzt auf Business User, die weder Experten für IT noch für Geschäftsprozesse sind. Damit vergrößern sich die Reichweite und die Zahl der Benutzer. Ideen für geschäftliche Abläufe werden heute oft nicht mehr von einem separaten Stab dargestellt, sondern in den Fachbereichen. Dazu haben wir eine quelloffene soziale Plattform integriert, die auch über mobile Geräte zugänglich ist.

CRN: Wie sieht die mobile Verwendung von Aris aus?

Jost: Aris 9 ist auf Tablets und Smartphones verfügbar. Außerdem haben wir zwei Apps für Aris. Man kann über einen mobilen Browser oder über eine lokale physische App arbeiten. Es gibt viele Unternehmen, die diese mobilen Möglichkeiten nutzen wollen.

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