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Application Intelligence

AppDynamics erweitert APM

19. Juli 2018, 11:28 Uhr   |  Andreas Dumont

AppDynamics erweitert APM
© AppDynamics

Florian Bäuml, Regional Vice President Central Europe bei App Dynamics

Im Gespräch mit CRN erklärt Florian Bäuml, Regional Vice President Central Europe bei AppDynamics, warum Application Intelligence viel mehr ist als bloßes Application Performance Management.

AppDynamics, das zu Cisco gehört, bietet Echtzeit-Zugriff auf alle Aspekte der Geschäftsprozesse, sodass Unternehmen Probleme vorhersehen, sie automatisch lösen und intelligentere Geschäftsentscheidungen treffen können. AppDynamics nennt das »Application Intelligence«. »Ich mag den Begriff Application Performance Management nicht, weil es eine Schublade ist«, erklärt Florian Bäuml, Regional Vice President Central Europe. »Eine Schublade, die nur im Ansatz beschreibt, was wir eigentlich tun. Wir verbinden in Echtzeit echte Business-Informationen, etwa wie viele Umsätze pro Stunde in einem Online-Shop generiert werden oder was der Wert einer Transaktion ist.« Unter Performance Management alleine stelle man sich ja nur einen Entwickler vor, der irgendwelche Transaktionen tunt, damit die ein kleines bisschen schneller werden. »Das was wir tun, ist deutlich mehr.«

Die Disziplin des APM gibt es schon seit über zehn Jahren. »Wir haben dieses APM-Thema immer mehr zur Commodity gemacht.« Vorher sei APM ein Bereich für Experten gewesen, sehr aufwändig aufzusetzen und zu betreiben. »Wir haben das Thema skalierbarer gemacht für große Produktionsumgebungen mit mehreren Tausend Servern, die entsprechend auch automatisiert zu betreiben sind«, fährt Bäuml fort. Vor drei Jahren habe AppDynamics dann damit angefangen, sich dahingehend weiterzuentwickeln, sich nicht nur auf klassische IT-Themen zu fokussieren, sondern mehr und mehr Business-Informationen in Echtzeit zu messen und zu korrelieren. »Unternehmen arbeiten mit uns anders als sie ohne uns gearbeitet haben. Weil sie besser miteinander kommunizieren können, weil sie langsame Prozesse durchbrechen konnten, weil sie organisatorische Grenzen zwischen Business, Development und Operation überwinden konnten«, so Bäuml. »Wir sehen uns als Nukleus, wenn es darum geht, unsere Kunden dabei zu unterstützen, das Thema digitale Transformation umzusetzen«, fasst er zusammen.

AppDynamics wurde 2008 gegründet, ist 2010 mit dem ersten Produkt an den Markt gegangen und war seinerzeit eines der am schnellsten wachsenden Softwareunternehmen. »Wir sind dann 2017 für 3,8 Milliarden US-Dollar von Cisco gekauft worden.« AppDynamics sei als Teil von Cisco sehr unabhängig, greife aber natürlich auf das Cisco-Netzwerk zurück. »Wir haben viele Partnerzugänge. Cisco hat ja ein extrem gutes Partnernetzwerk, von dem wir ungemein profitieren«, führt Bäuml weiter aus und berichtet, dass der indirekte Vertrieb stetig wächst: »Als wir noch eigenständig waren, hatten wir eher ein direktes Modell. Das hat sich jetzt geändert. Unser Partneranteil ist zwar noch nicht so groß wie der von Cisco, aber er steigt immer mehr.« Das Channel-Programm ziele darauf ab, künftigen Partnern das entsprechende Know-how zu vermitteln.

Zum Thema Machine Learning und künstliche Intelligenz erläutert Bäuml: »Es gibt zwei Strategien. Die eine ist ein komplettes KI-Business. Die andere besteht darin, es als Use Cases in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen zu etablieren. Wir nutzen das sehr stark.« Am Ende des Tages sei Maschine Learning und KI nur ein Brand für eine Verfeinerung von vielen Algorithmen. »Wir verfolgen das Konzept des Automated Baselining, also bestimmte Baselines vom Normalverhalten zum Beispiel von Transaktionen darzustellen mit einem entsprechenden Lernalgorithmus dahinter. Wir haben das nie als KI oder Machine Learning tituliert, das war einfach nur ein Teil unserer Softwaretechnologie.«

Genau genommen gehe es darum, sehr geschickt zu programmieren – eigentlich so gut zu programmieren, dass man sich als Programmierer selbst überflüssig macht. Die größte Herausforderung sei es momentan, die besten Programmierer zu rekrutieren im leergefegten Markt. »Der Markt für herausragende Kandidaten, sei es Sales, sei es Pre Sales, sei es Consulting, verhält sich fast so wie der Immobilienmarkt in München. Es geht nicht mehr darum, dass Sie eine Wohnung verkaufen oder vermieten wollen. Es geht darum, dass Sie sich als potenzieller Käufer oder Mieter als der passende Kandidat positionieren. Das ist der vielzitierte War for Talents.« Dabei gehe es auch darum, was Sie als Unternehmen für eine Brand Reputation haben hinsichtlich potenzieller neuer Mitarbeiter.

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