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Forscher loten KI-Potenziale aus

Wenn der Roboter durchs Feuer geht

07. Juni 2019, 07:33 Uhr   |  Lars Bube

Wenn der Roboter durchs Feuer geht
© KIT

Roboter nehmen Menschen schon jetzt einiges ab - als lernende Systeme könnten sie demnächst auch Lebensretter sein. Technisch ist vieles bereits möglich. Die Frage ist, was der Mensch will.

Sie sehen teils martialisch aus, haben aber etwas vom freundlichen Superhelden Spider-Man: Lernende Roboter, die für Menschen durchs Feuer gehen, tief untertauchen, in verseuchte Areale vordringen oder die Wände hochklettern. Einige Exemplare stellte das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) am Donnerstag vor - zusammen mit einem Bericht, der die Potenziale solcher Systeme in »lebensfeindlichen Umgebungen« auslotet. Aus Sicht der Wissenschaftler könnten diese schon in vier bis sechs Jahren Menschen bei heiklen Einsätzen unterstützen - bei Bränden, Chemieunfällen, Erdbeben, beim Rückbau von Atomkraftwerken oder bei der Wartung von Windrädern.

»Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist mit enormen Chancen für unsere Gesellschaft verbunden«, ist KIT-Präsident Holger Hanselka überzeugt. Ferngesteuerte Roboter sind zwar schon in Aktion: beim Brand der Kathedrale Notre-Dame in Paris etwa, im Weltraum, in der Tiefsee oder in kontaminierten Gebieten. Die wenigsten können aber zusätzlich selbstständig auf neue Herausforderungen reagieren. Künftig sollen lernende Roboter deshalb komplexe Situationen »verstehen« können, heißt es im Bericht der Plattform Lernende Systeme, einem Zusammenschluss von Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft im Bereich Künstliche Intelligenz.

Lernende Roboter sollen sich an veränderte Situationen anpassen, ohne dafür neu programmiert werden zu müssen. Ziel ist: Menschen in Gefahrensituationen zu unterstützen und damit Risiken für Retter deutlich zu senken. Rettungseinsätze in schwer zugänglichen Umgebungen würden dadurch kostengünstiger oder überhaupt erst möglich.

So sollen die Maschinen zum Beispiel schnell ein detailliertes Lagebild erstellen, eine Kommunikations- und Logistikinfrastruktur für Rettungsarbeiten aufbauen, Verletzte suchen, Gefahren identifizieren und eindämmen. Oder sie sollen - wie der Great Diver - unter Wasser autonom unterwegs sein, etwa Fundamente einer Offshore-Windkraftanlage begutachten und bei Bedarf Unterstützung durch Taucher oder ferngesteuerte Systeme anfordern.

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