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Bargeld bevorzugt

Viele Deutsche lehnen Handy-Payment ab

27. Februar 2014, 08:56 Uhr   |  Elke von Rekowski

Viele Deutsche lehnen Handy-Payment ab

Immer mehr Deutsche besitzen ein Smartphone (Foto: Vodafone).

Von mobilen Zahlungsmethoden wollen die meisten Deutschen nichts wissen. Obwohl das Bezahlen per Smartphone komfortabel ist, spielt es hierzulande kaum eine Rolle.

Die Mehrheit der Bundesbürger bevorzugt zum Bezahlen Bargeld oder bei größeren Einkäufen die Girokarte. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Beratungsunternehmens Nielsen. Demnach würden 55 Prozent der Deutschen in einem Geschäft auch dann nicht mit ihrem Smartphone oder Tablet zahlen, wenn der Vorgang nachweislich sicher wäre. Nur 26 Prozent der Befragten können sich vorstellen, ihr Smartphone für diese Zwecke zu nutzen. Noch kritischer werden die neuen Bezahlsysteme nur von den Franzosen gesehen. 62 Prozent von ihnen lehnen es ab, mit ihrem Smartphone oder Tablet zu bezahlen. Aufgeschlossener gegenüber dem mobilen Bezahlen zeigen hingegen sich zum Beispiel die Bewohner der Türkei: 62 Prozent befürworten diese Bezahlart und nur 18 Prozent sind skeptisch.

Die Berater erwarten jedoch, dass sich hierzulande das Blatt zugunsten von Handy-Payment wenden wird. So haben bereit im vergangenen Jahr fast zwei Drittel aller Handybesitzer ein Smartphone benutzt. Die rapide lässt erwarten, dass sich die Akzeptanz mobiler Bezahlmethoden in Zukunft deutlich erhöhen wird. Ingo Schier, Geschäftsführer von Nielsen Deutschland, sieht in den neuen Bezahlsystemen großes Potenzial für die Zukunft. Seiner Einschätzung nach stehen neben den Sicherheitsbedenken der Deutschen vor allem die vielen unterschiedlichen Systeme dem Erfolg im Weg: »Die Skepsis rührt aus der Angst vor Datenmissbrauch her. Es muss noch mehr Aufklärung über die Sicherheit der Systeme erfolgen, um das Zahlungsverhalten zu beeinflussen. Hinzu kommt, dass es kein standardisiertes Bezahlsystem gibt. Banken, Kreditkarteninstitute und Telekommunikationsanbieter offerieren Lösungen, die jedoch nicht universell einsetzbar sind. Dies erschwert einerseits die Etablierung von Mobile Payment im Handel und beeinträchtigt andererseits die Akzeptanz der Verbraucher«.

Auch bei der Nutzung von Kreditkarten sind die Deutschen übrigens im Vergleich zu anderen Nationen eher skeptisch. Weltweit greift jeder Zweite beim Bezahlen bevorzugt zur Kreditkarte. In Deutschland geben hingegen 37 Prozent der Bürger an, keine Kreditkarte als Bezahlungsmittel zu besitzen. Damit ist Deutschland Spitzenreiter im europäischen Vergleich. Daher überrascht es kaum, dass es auch mobile Zahlungsmethoden hierzulande schwerer haben als in anderen Ländern.

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