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IfW sieht Deutschland als Verlierer

US-Handelsabkommen mit China belastet EU

21. Januar 2020, 13:06 Uhr   |  dpa

US-Handelsabkommen mit China belastet EU

Das Institut für Weltwirtschaft erwartet durch das neue Handelsabkommen zwischen den USA und China erhebliche Nachteile für die Industrie in der EU. Vor allem deutsche Betriebe sind betroffen.

Das Teilabkommen zwischen den USA und China zur Entschärfung des Handelskonflikts der beiden weltgrößten Volkswirtschaften wird laut dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) spürbare negative Folgen für die europäische Exportwirtschaft haben. »Die von China zugesagten zusätzlichen Importe von US-Gütern werden Importe aus anderen Ländern verdrängen«, warnte Gabriel Felbermayr, Präsident des Kiel Forschungsinstituts. Seiner Einschätzung nach sind die betroffenen Industrien vor allem in Deutschland beheimatet. Aber auch Frankreich sei erheblich betroffen, sagte Felbermayr.

In dem Teilabkommen von Mitte Januar verpflichten sich die Chinesen, mehr Waren aus den USA zu importieren. Laut einer »groben« Berechnung des IfW könnten Chinas Importe bestimmter US-Güter im Jahr 2021 um 95 Milliarden US-Dollar höher liegen als vor dem Handelskonflikt. Betroffen seien vor allem pharmazeutische Produkte, Fahrzeuge, Flugzeuge und medizinische Geräte. Unternehmen aus der EU, die solche Waren im Angebot haben, »werden sehr wahrscheinlich Marktanteile abgeben müssen«, lautet die Einschätzung des IfW.

Das Institut geht davon aus, dass die EU-Exporte nach China im Jahr 2021 voraussichtlich um 10,8 Milliarden Dollar geringer ausfallen verglichen mit einem Szenario, in dem es das Abkommen und den Zollkrieg zwischen China und den USA nicht gegeben hätte. »Damit würde die EU rund ein Sechstel der Handelsumlenkung tragen müssen, die durch das Abkommen ausgelöst wird«, heißt es in der Studie.

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dpa

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