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MSH verliert Chief Innovation Officer

»Unbezahlbare Erfahrung«

31. März 2020, 12:38 Uhr   |  Martin Fryba

»Unbezahlbare Erfahrung«
© Ceconomy

Martin Wild, Chief Innovation Officer, verlässt nach neun Jahren Ceconomy (MediaMarktSaturn)

Er hat sich selbst »disrupted«, bevor andere ihn stoppen. Martin Wild hat heute seinen letzten Arbeitstag als Chief Innovation Officer bei MediaMarktSaturn. Bremsen ließ und lässt sich der »Unternehmer im Unternehmen« ohnehin nicht.

Ein Sabbatical im Silicon Valley hat er gerade hinter sich, freigestellt ist Martin Wild seit einigen Wochen, heute ist sein offiziell letzter Arbeitstag bei Ceconomy -  Europas größter Elektronikhändler, den der Chief Innovation Officer immer noch MediaMarktSaturn nennt. Er freut sich auf neue Herausforderungen, alle die Erfahrungen in Digitalprojekten der letzten neun Jahre jetzt in einem anderen Rahmen fortzusetzen zu können. »Ich schaue mir jetzt in Ruhe verschiedene Optionen an. Ich bin sehr flexibel und nicht auf Branchen wie den IT-Handel fixiert«, sagt Wild im CRN-Gespräch.


Wo der 41-Jährige indes keine Kompromisse machen will: Eine Position anzutreten, die ihm wenig Handlungsspielraum bietet, ihn in Strukturen einengt. »Als CEO der Erfüllungsgehilfe zu sein, ist nicht meine Sache«, sagt Wild. Viele in der IT-Branche wunderten sich sehr, wie der damalige Gründer des Elektronikversenders Home of Hardware vor neun Jahren zu einem Konzern wie MSH wechseln konnte. Und vor allem: Dass er sich dort so lange hatte halten können.


»Das wundert mich auch. Aber ich habe die Zeit nicht als lang empfunden, weil ich sehr viele Freiheiten und die volle Rückendeckung von CEO Pieter Haas bekommen habe«, sagt Wild. »Ich war Unternehmer im Unternehmen«, ergänzt er und bereut nicht einen Tag bei einer »eigentlich mittelständisch agierenden« MSH, seit ihm vor zehn Jahren beim Sabbatical in Florida das Angebot aus Ingolstadt ins Urlaubsdomizil flatterte. Der damals ohne Online-Business handelnde Flächenriese brauchte eine E-Commerce-Strategie. Jungunternehmer Wild, damals gerade 31 Jahre jung, hat den längst fälligen Multi-/Omni-Channelvertrieb gegen viele kulturelle und  politische Widerstände sowie grundsätzliche Bedenkenträger, die es in jedem größeren Unternehmen gibt, etabliert. Zuletzt trieb er als Chief Innovation Officer die Digitalisierung des Retail-/Etail-Riesen voran.


Bevor die Turbulenzen bei Ceconomy seine Ära stoppen, hat sich der Manager, auch im Wording völlig auf der Höhe der Digitalzeit,  quasi selber in die Luft gesprengt: »Disrupt yourself or be disrupted!«, kündigt Wild eine neue Ära für sich an - »nach großartigen Erfahrungen während meiner Zeit bei MediaMarktSaturn«.

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2. Neuorientierung

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