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MSH verliert Chief Innovation Officer

»Unbezahlbare Erfahrung«

31. März 2020, 12:38 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Neuorientierung

Über Digitalisierung und Innovationen im Retail theoretisch auf Konferenzen zu berichten und sie mit eigenen Projekten aus der Praxis anzureichern, würde einen ehemaligen Chief Innovation Officer eines Milliarden-Konzerns längere Zeit auf vielen Bühnen beschäftigen. Doch Wild will seine »unbezahlbare Erfahrung« weiter in die Gestaltung  der Digitalisierung einbringen. Zehn Jahre hands on Aufbauarbeit als junger E-Commerce-Pionier, der damals schon Wearables bei Home of Hardware verkaufte, als andere erst nachlesen mussten, was das ist, und fast zehn Jahre MediaMarktSaturn: Es gibt wohl keinen zweiten Unternehmer-Manager in der deutschen IT-Branche, der wie Wild mit 41 Jahren diese beiden Welten durchschritten hat. Außerdem bringt er als Aufsichtsrat von Cancom auch Erfahrungen aus der IT-Dienstleisterbranche mit.


Langweilig wird es Martin Wild jedenfalls nicht werden, selbst dann nicht, sollte ein neues Engagement länger als beim letzten Mal auf sich warten lassen. 1. Hätte er dann mehr Zeit für sein neues Buchprojekt, das sich mit digitalen Innovationen im Retail beschäftigt. 2. Wild könnte als Berater und Investor mehr Startups unter die Lupe nehmen als jene, mit denen er sich seit vielen Jahren beschäftigt.


Er lässt sich derweil überraschen,  was da auf ihn zukommt – Unverhofftes eingeschlossen. Die aktuelle Corona-Lage lehrt Wild, dass Menschen in Krisenzeiten plötzlich über sich hinauswachsen können, indem sie lange gehegte Projekte rasch in Ergebnisse umsetzen können. In Schulen, zum Beispiel, wo engagierte Lehrer ganz schnell Collaboration-Tools einsetzen und Videounterricht in die eigene Hand nehmen.


Das gilt auch für Verhaltensänderungen. Not kann an sich träge Masse plötzlich beschleunigen, staunt Wild über jetzt so selbstverständliches bargeld- und kontaktloses Bezahlen im noch offenen Einzelhandel. »Da wird vieles bleiben, was durch die Corona-Krise umgesetzt wurde«. Bleiben will und wird auch Wilds Gestaltungsdrang. Bremsen kann man den erst 41-Jährigen ohnehin nicht.

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