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Mercedes setzt auf Nvidia

24. Juni 2020, 13:51 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Mercedes setzt auf Nvidia
© Mercedes-Benz

Daimler holt sich Unterstützung aus dem Silicon Valley bei der Arbeit an künftigen Autogenerationen. Ab dem Jahr 2024 sollen in alle neuen Mercedes-Autos Computer der US-Firma Nvidia kommen - und die Partner versprechen langlebigere Autos dank Software-Updates.

Daimler setzt in einer strategischen Weichenstellung bei künftigen Mercedes-Autos auf Computer des US-Konzerns Nvidia. Mit der Technik sollen Fahrassistenz-Systeme, teilweise automatisiertes Fahren sowie komplett eigenständiges Navigieren auf Parkplätzen laufen. Das erste Modell mit der gemeinsam entwickelten Fahrzeug-Architektur soll Ende 2024 auf die Straße kommen, sagte Daimler-Chef Ola Källenius am Dienstag. Mit der Zeit soll die Technologie in allen Modellreihen von Mercedes-Benz-Autos eingesetzt werden.

Ein großer Vorteil des Systems ist die Möglichkeit, es mit neuen Funktionen und Fähigkeiten zu aktualisieren. »Es ist eine neue Ära für die Automobilindustrie, die traditionell lange Entwicklungszyklen hatte«, betonte der Chef von Nvidias Autogeschäft, Danny Shapiro. Früher sei ein Auto beim Kauf am besten gewesen, jetzt könne es mit der Zeit dank Software besser werden, sagte Nvidia-Chef Jensen Huang. Autos von Mercedes könnten 10 oder 20 Jahre auf der Straße bleiben - und mit der neuen Plattform auch diese gesamte Zeit mit Software aufgefrischt werden, argumentierte er. »Das Geschäftsmodell der Autoindustrie wird sich verändern.«

Software spiele inzwischen auch in der Autobranche eine entscheidende Rolle, betonte Shapiro. »Es ist Software, die Produkte besser und besser machen kann.« In alle Mercedes-Autos soll - unabhängig von der Modellklasse und den von Kunden erworbenen Funktionspaketen - Nvidias Ende vergangenen Jahres vorgestellter Autocomputer »Orin« kommen. In der Nvidia-Technik sollen unter anderem die Daten verschiedener Sensoren verarbeitet werden und die Software mit künstlicher Intelligenz laufen. Das System werde auch 2024 noch auf dem aktuellen Stand der Technik sein, versicherte Shapiro. Mercedes macht noch keine Angaben dazu, welche Modellreihe die Nvidia-Systeme als erste bekommen soll.

Da es um eine komplett neue Fahrzeugarchitektur geht, wird die Technik nicht in vorherigen Modellen nachgerüstet werden können.

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