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Amazon bekommt mehr Konkurrenz

Marktplatzfieber ausgebrochen

13. Januar 2020, 09:04 Uhr   |  Erich Reimann (dpa) und Martin Fryba

Marktplatzfieber ausgebrochen
© Verbraucherzentrale NRW

Handelsunternehmen koopieren das scheinbare Erfolgsmodell Amazon und öffen sich wie der Etailer als Marktplatz auch anderen Händlern. Die Gefahren eines solchen »privatisierten Merkantilismus« bekommen Händler zu Lieferanten bei Amazon deutlich zu spüren.

Online-Marktplätze wie Amazon oder Ebay sind für die Verbraucher wegen des großen Angebots attraktiv. Deshalb öffnen inzwischen auch immer mehr Handelsketten ihre Online-Shops für Drittanbieter. Doch die Hürden für einen Erfolg sind hoch.


Von der Parfümeriekette Douglas bis zum Lebensmittelhändler Rewe: Immer mehr Handelsketten bauen ihre Online-Shops zu Marktplätzen aus, auf denen auch Drittanbieter ihre Waren oder Dienstleistungen anbieten können. »Im Handel ist ein regelrechtes Marktplatzfieber ausgebrochen«, beobachtet der E-Commerce-Experte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein.


Vorbild ist natürlich der US-Internetgigant Amazon, der mit dem eigenen Warenangebot und seinem Marktplatz inzwischen dem »Online-Monitor 2019« des Handelsverbandes Deutschlands (HDE) zufolge fast die Hälfte (46 Prozent) der Online-Umsätze in der Bundesrepublik auf sich vereint. Das Bemerkenswerte dabei: Der Löwenanteil des Geschäfts entfällt längst nicht mehr auf den Eigenhandel des US-Unternehmens, sondern auf die zahllosen Drittanbieter, die ihre Waren auf dem Amazon-Marktplatz vertreiben.


Tatsache ist: Die Marktplätze spielen eine immer bedeutendere Rolle im Online-Handel. »Mehr als 57 Prozent der erfolgreichsten Online-Shops verkaufen ihre Produkte nicht nur über den eigenen Internetauftritt, sondern parallel auch über Online-Marktplätze wie Amazon, Ebay oder Real«, sagt Lars Hofacker vom Handelsforschungsinstitut EHI in Köln. Die unangefochtene Nummer eins im Marktplatz-Ranking sei Amazon, das von 47 Prozent der Händler als zusätzlicher Verkaufsweg genutzt werde, auf Platz zwei folge Ebay (37 Prozent).


Kein Wunder, dass andere das Modell kopieren oder weiterentwickeln wollen. Die Supermarktkette Real etwa konnte nicht zuletzt dank der Öffnung des eigenen Shops für andere Anbieter den Umsatz von real.de im vergangenen Geschäftsjahr von 380 Millionen auf 608 Millionen Euro steigern. Jetzt soll ein internationales Online-Marktplatz-Netzwerk mit Partnern in Frankreich, Italien und Rumänien dem Projekt zusätzlichen Schwung geben. Auch der Lebensmittelhändler Rewe ergänzt das eigene Angebot im Internet inzwischen mit den Offerten ausgewählter Partner wie dem Deko-Anbieter Butlers oder dem Spielwarenhändler Mytoys.

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1. Marktplatzfieber ausgebrochen
2. Markt bereits verteilt
3. Neue Ära des Kapitalismus

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