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Lieferengpässe belasten Elektronikmarkt

12. März 2020, 11:17 Uhr   |  Carsten Hoefer und Christof Rührmair, dpa

Lieferengpässe belasten Elektronikmarkt

Der von der Coronakrise verursachte wochenlange Stillstand von chinesischen Fabriken belastet vor allem den Exportweltmeister Deutschland: Es fehlen die in China produzierten Vorprodukte. Wie stark sich die Lieferengpässe endgültig auf die Wirtschaft auswirken werden, ist noch nicht abzusehen.

Die Folgen der Coronavirus-Epidemie in China werden in den nächsten Wochen verstärkt Deutschlands Industrie und Handel treffen. Da viele chinesische Fabriken über Wochen stillstanden und auch derzeit nur eingeschränkt arbeiten, fehlen Vorprodukte, Teile oder komplette Erzeugnisse, die hierzulande verarbeitet beziehungsweise verkauft werden. Betroffen ist unter anderem die Elektronikbranche. Gestört sind nicht nur Importe, sondern auch Lieferungen nach China.

Eigentlich wollten die EU-Handelsminister am Donnerstag über das Thema beraten, doch das Treffen ist abgesagt. Die durchschnittliche Transportdauer von China nach Europa auf dem Seeweg beläuft sich auf sechs Wochen, über Land per Güterzug auf der Neuen Seidenstraße sind es etwa drei Wochen. Daher schlagen die Auswirkungen des chinesischen Coronastillstands nun mit Verzögerung auf Produktion und Handel in Europa durch.

Mit Importen von 52 Milliarden Euro sei China der »mit Abstand größte ausländische Lieferant für den deutschen Elektromarkt«, sagt Andreas Gontermann, der Chefvolkswirt des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). »Die Lieferschwierigkeiten betreffen die Branche nicht flächendeckend«, sagt er. »Etliche Unternehmen berichten aber über Störungen in den Liefer- und Produktionsketten.«

Gontermann beziffert das Volumen der aus China nach Deutschland gelieferten Vorleistungsprodukte auf einen Wert von 10 Milliarden Euro im Jahr. »Wie viel davon liefergefährdet ist, lässt sich schwer abschätzen«, sagt Gontermann. Und damit ist es noch nicht getan: »Hinzu kommt, dass Vorleistungen aus anderen Ländern ebenfalls chinesische Vorleistungen enthalten können«, erklärt er. So laufen auch die japanische und die südkoreanische Wirtschaft derzeit nur gebremst, beide Länder sind sehr wichtig für die Elektronikbranche.

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1. Lieferengpässe belasten Elektronikmarkt
2. Auswirkungen auf Verbraucher

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