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Höchste Zeit für Cloud-Geschäftsmodelle

»Lasst Euch nicht vom Erfolg der letzten Jahre blenden«

24. November 2016, 11:46 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

»Lasst Euch nicht vom Erfolg der letzten Jahre blenden«
© CRN

Systemhaus-Chefs sollten hellwach werden, wenn ihre Kunden mit ihnen nicht über Cloud reden, so iTeam-Chef Frank Roebers

Aufrütteln und ein bisschen schockieren, das kann iTeam-Chef Frank Roebers perfekt. Nicht jedem der Systemhaus-Chefs dürfte die Zukunft gefallen, die der Synaxon-Vorstand an die Wand malt.

Mit einer aufrüttelnden Rede eröffnete iTeam-Chef Frank Roebers die zweitägigen Geschäftsführergespräche der Systemhauskooperation in München. Mit seinem Blick in die Glaskugel des IT-Geschäfts korrigierte Roebers zwar Analysten, die regelmäßig enormes Wachstum von Teilbereichen der IT vorhersagen. »50 Prozent von diesen Hype-Technologien sind Shit, weil sie sich niemals durchgesetzt haben«, so Roebers. Das erschwert Systemhäuser zu erkennen, welche IT-Themen wirklich geschäftsrelevant werden.

Ein Thema indes ist ganz klar kein vorübergehender Hype. Im Gegenteil: Roebers spricht von einer durchaus dramatischen »Zeitenwende«. Cloud Computing feiert den Durchbruch. Mit rund elf Prozent Marktanteil in Deutschland ist Cloud-Infrastruktur als Geschäftsmodelle unverzichtbar. In den kommenden drei Jahren werde das Wachstum jährlich rund 40 Prozent betragen, auf Kosten des klassischen Systemhausgeschäfts, das rund ein Fünftel abnehmen werde. Die Konsequenzen für Systemhäuser, wenn sie kein Cloud-Portfolio aufbauen: »Ein Umsatzrückgang von 20 Prozent würde das wirtschaftliche Aus für viele Systemhäuser bedeuten«, sagt Roebers.

Roebers selbst hat die Dynamik der Cloud unterschätzt und dürfte sich mit dieser mittlerweile korrigierten Prognose in guter Gesellschaft mit Systemhaus-Chefs befinden. Die Geschäftsmodelle Richtung Cloud verlagern sich viel schneller als gedacht. »Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren«, so Roebers vor fast 300 Teilnehmern der iTeam-Geschäftsführergespräche.

Die größte Sorge bereitet dem iTeam-Chef die Tatsache, dass der Cloud-Boom nicht etwa größtenteils von Konzernen ausgelöst wird. »Es ist der Mittelstand, Eure Kunden, die über Cloud reden und die Cloud einsetzen«. Systemhäuser, die traditionell einen sehr engen Kundenkontakt in ihrer Region pflegen, sollten hellwach sein, wenn ihrer Kunden nicht mit ihnen über Cloudtechnologien reden. »Dann tun sie es bestimmt mit euren Wettbewerbern. Euch halten sie möglicherweise nicht für kompetent«, so Roebers Hypothese.

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