Schwerpunkte

Shadow-Manager im Unternehmen

Kein Job für Profilneurotiker

12. Dezember 2018, 12:05 Uhr   |  Michaela Wurm | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Gesundes Selbstbewusstsein

CRN: Welche Typen sind für den Job eines Shadow-Managers komplett ungeeignet?

Riedel: Diese Tätigkeit erfordert ein hohes Maß an Verantwortung auf sachlicher, wie auch menschlicher Ebene. Man sollte Spaß daran haben, sich immer wieder auf Neues einzulassen und bereit sein, sich schwierigen Situationen zu stellen. Das ist sicher kein Job für Menschen, die geregelte Arbeitszeiten, -anweisungen und -abläufe brauchen.

Da ein Shadow Manager per Definition im Schatten eines Anderen steht ist es unbedingt erforderlich, selbst über ein gesundes Selbstbewusstsein zu verfügen und frei von jeglichen Profil-Neurosen zu sein. Wer selbst gerne im Mittelpunkt steht, sollte sich für eine andere Tätigkeit entscheiden.

CRN: Haben Sie den Eindruck, dass in Zukunft mehr Shadow-Manager gefragt sein werden?

Riedel: Der zunehmende Mangel an Fach- und Führungskräften bringt es mit sich, dass neue, alternative Methoden für die Entwicklung von jungen Führungskräften entstehen. Der Shadow Manager bringt mit seiner Erfahrung älterer Generationen die ideale Ergänzung auf der oberen Ebene der Unternehmensführung für eine konsequente Heranführung jüngerer Generationen an die Führungsverantwortung.

Noch ist es in Deutschland eine Ausnahme-Erscheinung und auch wir benennen diese Aufgabenstellung in unseren Mandaten nicht unbedingt so. In den USA dagegen hat sich der Begriff des Shadow Management bereits in verschiedenen Bereichen etabliert. Gerade die Startup-Kultur dort unterstützt diese Bewegung. Investoren investieren in Menschen – weniger in Ideen und im Zuge einer schnellen Skalierung ist die Erfahrung älterer Generationen durchaus notwendig.

Ich denke auch in Deutschland werden immer mehr Unternehmen den Vorteil einer interimistischen Zusammenarbeit mit einem Shadow Manager erkennen, ob man ihn so nennt oder andere Begriffe findet, wird sich zeigen. Letztendlich hat ein Unternehmen nur Vorteile. Es spart langfristig viel Geld und bekommt effiziente Unterstützung genau da und zu dem Zeitpunkt, wo sie gebraucht wird.

CRN: Wie kommt man auf die Idee, sich als Shadow-Manager zu betätigen. Haben Sie in früheren Tätigkeiten die Erfahrung gemacht, dass viele Unternehmen hier Bedarf haben oder dass der Bedarf künftig stark zunehmen wird?

Riedel: Ich bin seit 2002 als Interims Manager in den verschiedensten Unternehmen und Branchen tätig. Ich habe viele Unternehmen durch Wandel- und Krisensituationen operativ begleitet, viel erlebt und Erfahrungen gesammelt. Ich bin quasi feuerverzinkt und auf alles vorbereitet. In den letzten zwei, drei Jahren bekommen wir verstärkt Anfragen. Der Bedarf ist also definitiv vorhanden und wird mit zunehmender Bekanntheit dieser Dienstleistung weiter wachsen – wie auch das Angebot. Wir sind da schon gut aufgestellt, wir haben einige fähige Manager in unserem Team, die über die notwendige Souveränität und Erfahrung verfügen, um diese schwierige Rolle gut auszufüllen.

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4. Peter H. Riedel

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