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Konkurrenz für USB 4

Intel bringt Thunderbolt 4

08. Juli 2020, 16:04 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Intel bringt Thunderbolt 4
© Intel

Trotz der Integration der wichtigsten Features in USB 4 hält Intel gleichzeitig an seiner Thunderbolt-Schnittstelle fest und will diese zu einer Art Premium-USB weiterentwickeln.

Totgesagte leben länger: Nach der Verschmelzung der Steckertypen auf USB-Typ-C und der Integration der wichtigsten Features in USB 4 waren viele Marktbeobachter bisher davon ausgegangen, dass Intel seine Konkurrenzschnittstelle Thunderbolt nun aussterben lassen würde. Doch weit gefehlt. Jetzt hat der Chipgigant ganz offiziell die Spezifikationen von Thunderbolt 4 vorgestellt und deutlich gemacht, dass es sich dabei um weit mehr als nur einen lauwarmen Aufguss von USB 4 handeln soll. Vielmehr will Intel den Hardware-Herstellern mit dem neuen »Donnerkeil« eine Art Premium-Alternative oder -Ergänzung zu USB 4 anbieten. Gelingen soll das vor allem, indem Thunderbolt 4 die optionalen Maximalwerte von USB 4 zur Pflicht macht.

Dazu gehört etwa, dass die Datenübertragung per Thunderbolt 4 immer mit 40 Gbit pro Sekunde erfolgen soll, während für USB 4 schon die Hälfte ausreichend ist. Zudem sollen die neuen Thunderbolt-Geräte beim Einsatz als DisplayPort- und PCI-Express-Ersatz die Leistung gegenüber dem Vorgänger verdoppeln. Dazu müssen sie mindestens ein Display mit voller 8K-UHD-Auflösung oder zwei 4K-UHD-Monitore beliefern können. Für die Übertragung per PCI Express sind 32 GBit pro Sekunde (PCIe 3.0x4) Pflicht. In Sachen Sicherheit soll der vorgeschriebene Einsatz von Intels Virtualisierungstechnologie »VT-d« dafür sorgen, physische Direct-Memory-Access-Angriffe (DMA) zu verhindern. Neben den Rechnern und Peripheriegeräten selbst müssen auch Bauteile wie Stecker und Kabel die entsprechenden Tests für die Zertifizierung bestehen. Entsprechende Docks sollen bis zu vier Ports beinhalten können und Kabellängen von maximal zwei Metern erlauben.

Auch wenn aufgrund der anspruchsvollen Zertifizierung Mehrkosten zu erwarten sind, hat das für die Nutzer klare Vorteile. Sie können sichergehen, mit Thunderbolt 4 tatsächlich die gewünschten Leistungswerte zu bekommen, während es bei USB 4 – wie schon bei den letzten Generationen – wieder ein buntes bis chaotisches Gemisch an Leistungsklassen geben wird. Damit ist zugleich sichergestellt, dass alle USB-4-Geräte am neuen Thunderbolt-Port mit voller Leistung genutzt werden können, während das andersherum nicht unbedingt der Fall ist. Als erste sollen Intels Thunderbolt-Controller der 8000er-Serie den neuen Standard unterstützen, bevor er dann im Herbst mit den Tiger-Lake-Prozessoren auf breiter Front ausgeliefert wird. Es ist zu erwarten, dass Thunderbolt 4 vor allem im Highend-Segment wie etwa bei den Ultrabook-Nachfolgern des Projekts Athena zu finden sein wird.

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