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Studie

Gamer kommen in Bewegung

14. Februar 2020, 08:00 Uhr   |  Elke v. Rekowski

Gamer kommen in Bewegung
© junpinzon / Fotolia

Gestresst, unglücklich und übermüdet vom Zocken bis spät in die Nacht – das hat mit heutigen E-Sportlern offenbar nicht viel gemeinsam, wie eine jetzt veröffentlichte Studie der Deutschen Sporthochschule zeigt.

Die Belastungen von Gamern unterscheiden sich demnach nur wenig von denen der Allgemeinbevölkerung. Für die zweite Auflage der „eSport-Studie“ hat die Deutsche Sporthochschule Köln gemeinsam mit der AOK Rheinland/Hamburg rund 1.200 Gamer und E-Sportler aller Leistungsstufen befragt. Die große Mehrheit der Befragten bewertet die eigene Gesundheit als gut oder sehr gut.

Etwas anders sieht es bei der Stressbelastung der Gamer aus. Rund zwei Prozent der Befragten leiden nach eigenem Empfinden unter hohem Stress, rund 47 Prozent geben an moderat gestresst zu sein. Ähnliche Ergebnisse zeichnen sich beim psychischen Wohlbefinden ab, auch hier gibt es noch Luft nach oben. 

Positiv: Gamer sind nicht nur in der virtuellen Welt aktiv. Rund 80 Prozent aller befragten E-Sportler erfüllen oder übertreffen die Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation von 2,5 Stunden pro Woche. Das bedeutet eine Steigerung um 16 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. „Ich freue mich sehr, dass wir diese Entwicklung beobachten können. Das Bewusstsein für die positiven Auswirkungen von körperlicher Aktivität neben dem E-Sport steigt“, sagt Professor Dr. Ingo Froböse, Leiter des Instituts für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation der Deutschen Sporthochschule Köln

Freizeitbeschäftigung digitale Medien

Bei den Befragten bestimmen digitale Medien die Freizeit. Das Spielen ist dabei fester Bestandteil des Medienkonsums. E-Sport-Profis spielen laut den Studienergebnissen durchschnittlich fünf bis sechs Stunden pro Tag.  E-Sportler der unteren Leistungsstufen sitzen immerhin noch zwei bis drei Stunden pro Tag vor Konsole und Computer. Zusätzlich verbringen sie mehrere Stunden am Tag mit Livestreams, Musik und Messenger-Diensten. Klassischen Medien wie TV und Print können die Gamer offenbar nicht viel abgewinnen. Diese Medien spielen in dieser Zielgruppe mit weniger als einer Stunde am Tag keine große Rolle mehr. 

In ihrer Studie haben die Forscher außerdem festgestellt, dass gerade ambitionierte E-Sportler in Gefahr geraten könnten, die eigene Gesundheit zu vernachlässigen. Denn je mehr Zeit in Gaming investiert wird, desto schlechter ist tendenziell die individuelle Gesundheitswahrnehmung. „Die Ergebnisse bestätigen, dass wir unseren Weg, Gesundheitsförderung in den E-Sport zu bringen, unbedingt weitergehen müssen, um auch langfristig positive Effekte auf die Gesundheit dieser Zielgruppe zu erreichen“, betont Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg und Projektpartner.

Nachtaktiv am Wochenende

In den Studien-Ergebnissen zum Schlafverhalten der Gamer zeigen sich die Auswirkungen auf den Lebensalltag der Befragten. Jeder Sechste gibt an, aufgrund des Spielens öfter später als geplant ins Bett zu gehen. Vor allem am Wochenende sind die E-Sportler nachtaktiv: Rund die Hälfte der Befragten geht dann erst zwischen ein Uhr nachts und fünf Uhr morgens ins Bett, schläft dann aber später aus. 14 Prozent der Gamer sind der Ansicht, dass sie zu wenig schlafen.

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