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10,5 Prozent weniger Verkäufe

Deutscher PC-Markt bricht ein

25. Februar 2019, 12:05 Uhr   |  Lars Bube

Deutscher PC-Markt bricht ein
© Igor Kardasov - AdobeStock

Vor allem im Privatkundensegment hat Intels Lieferkrise die schwache Nachfrage weiter verschlimmert

Das Jahr 2018 wurde durch Intels Lieferprobleme zu einer Art »annus horribilis« für den PC-Markt. In Deutschland sanken die Verkaufszahlen erstmals unter 10 Millionen. Einzig im B2B-Segment und bei Desktops gab es Lichtblicke.

Zumindest hinsichtlich des PC-Absatzes waren das vergangene Jahresend- und Weihnachtsgeschäft für den Fachhandel alles andere als erfolgreich. Zwar wurden im letzten Quartal laut den Marktforschern von Gartner in Deutschland knapp zehn Prozent mehr PCs (Desktops, Notebooks und Premium-Ultramobiles) verkauft als in den drei Monaten zuvor, für ein Schlussquartal ist das jedoch ein äußerst enttäuschender Wert. Im Vergleich zum Vorjahr bedeuteten etwas mehr als 2,8 Millionen verkaufte Geräte einen Einbruch um 10,5 Prozent. Erstmals seit Jahrzehnten fiel damit die Liefermenge auch über das Gesamtjahr hinweg wieder auf unter 10 (9,98) Millionen PCs. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Verlust von 3,7 Prozent, in den letzten fünf Jahren ist der deutsche PC-Markt 17 Prozent geschrumpft.

Die Gründe für den ausgefallenen Schlussspurt waren genauso vielschichtig wie die Unterschiede zwischen den einzelnen Geräteklassen und Zielgruppen. Das Hauptproblem und die Ursache der meisten Verwerfungen waren jedoch die anhaltenden Lieferschwierigkeiten bei Intel. Wegen Problemen mit der Fertigung seiner neuen 10nm-CPUs hatte der Hersteller einige Kapazitäten verschoben, was wiederum zu Engpässen bei den älteren Modellen führte, die noch in 14nm produziert werden. Sowohl in der Herstellung als auch der Auslieferung konzentrierte sich Intel auf seine wichtigsten Kunden und die profitablen Märkte. Damit waren vor allem die großen OEM-Partner bei ihren Business-PCs weiterhin gut versorgt, während kleinere Partner und Consumer-PCs auf der Strecke blieben.

Dementsprechend entwickelte sich im vierten Quartal auch der Absatz im Business-Segment deutlich besser – beziehungsweise weniger schlecht – als bei den Geräten für Privatnutzer. »Der Prozessoren-Mangel hatte die größten Auswirkungen auf mittelständische Anbieter und Systemhersteller sowie auf die unteren und mittleren Preiskategorien«, fasst Meike Escherich, Senior Principal Analyst bei Gartner, zusammen. Auch bei den Marktanteilen der Hersteller hat Intels Verteilungsstrategie entsprechend deutliche Spuren hinterlassen.

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