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Dagobert Apple erklärt Donald Trump die Wirtschaftswelt

19. August 2019, 13:19 Uhr   |  Lars Bube

Dagobert Apple erklärt Donald Trump die Wirtschaftswelt
© Roman Sigaev - AdobeStock

Nach einem Abendessen und eingehenden Gespräch mit Apple-Chef Tim Cook scheint nun auch US-Präsident Donald Trump zumindest im Ansatz verstanden zu haben, dass seine Strafzölle auf ITK-Produkte auch uramerikanischen Herstellern erheblich schaden.

Seit Monaten versuchen diverse Stimmen der Vernunft aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft immer wieder erfolglos dem US-Präsidenten zu erklären, warum seine aus dem Lehrbuch des 18. Jahrhunderts stammenden protektionistischen Strafzoll-Vorstöße gegen China in Zeiten der Globalisierung nicht mehr sehr zielführend sind. Bisher waren die Stimmen der Ja-Sager an seiner Seite wohl einfach zu stark, um ernsthaft zu ihm durchzudringen. Doch jetzt scheint ausgerechnet dem auch schon mehrfach für seine Arbeitsplatzverlagerungen nach Asien kritisierten Apple-Chef Tim Cook in der Sache zumindest ein kleiner Durchbruch gelungen zu sein. Bei einem gemeinsamen Abendessen in einem von Trumps zahlreichen Golfclubs konnte Cook am Freitagabend etwas ausführlicher mit dem Präsidenten sprechen und dabei offenbar als erster auch den richtigen Ton anschlagen.

Denn am Sonntag meldete sich der POTUS mit genauso lobenden wie verständnisvollen Einsichten aus dem Gespräch zu Wort. Cook, den Trump im Frühjahr auch schon als »Tim Apple« bezeichnet hatte, habe ihm »überzeugende Argumente dargelegt«, warum die Strafzölle für Apple problematisch seien. Er verstehe jetzt, dass die Zölle es für Apple noch schwerer machen, gegen starke Konkurrenten wie insbesondere Samsung zu bestehen, die sie nicht bezahlen müssen, und versprach, »ich werde darüber nachdenken«. Offenbar ist also auch Trump nun endlich ein Licht aufgegangen, dass seine vermeintlichen Schutzmaßnahmen letztendlich sogar die Konkurrenz amerikanischer Unternehmen stärken könnten, sofern diese – wie eben Samsung – nicht auf chinesische Produktionsstraßen angewiesen sind.

Angesichts der Tatsache, dass Trump diese Sichtweise noch vor wenigen Wochen mit dem realitätsfremden Hinweis vom Tisch gewischt hatte, dann solle Apple eben ausschließlich in den USA produzieren, darf dieses Eingeständnis also schon fast als Meilenstein betrachtet werden.

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2. Denkprozess mit ungewissem Ausgang

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