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Dagobert Apple erklärt Donald Trump die Wirtschaftswelt

19. August 2019, 13:19 Uhr   |  Lars Bube


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Denkprozess mit ungewissem Ausgang

Jetzt wird es also darauf ankommen, zu welchen Schlüssen Trump beim weiteren Nachdenken über diese eigentlich evidenten Zusammenhänge kommt – und auch, wie schnell und weit das geht. Denn schon Anfang September treten nach derzeitigem Stand weitere Strafzölle in Kraft, die wichtige Produkte der amerikanischen ITK-Industrie treffen, darunter auch Apples Airpods und die Watch. Mitte Dezember folgen dann schon weitere wie Smartphones, Tablets und Notebooks, denen Trump nicht zuletzt auf Druck Apples erst vergangene Woche doch noch eine Schonfrist für das Jahresend- und Weihnachtsgeschäft eingeräumt hat.

Auch inwieweit Trump den Transfer von Apple auf die restliche ITK-Industrie seines Landes schafft, die von den gleichen Sorgen und Problemen geplagt wird, ist noch lange nicht gesagt. Es ist durchaus möglich, dass der Präsident – wie schon in der Vergangenheit mehrfach gesehen – nur Ausnahmen für einzelne Produkte bestimmter Hersteller gewährt, die Strafzölle insgesamt aber unangetastet lässt. Immerhin hat ihm Cook im Rahmen des Gesprächs im Gegenzug offenbar auch zugesichert, kräftig in den Standort USA zu investieren und dort neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Ob nun mit oder ohne Strafzöllen: Dass die Produktion der amerikanischen ITK-Hersteller wieder weitgehend oder gar komplett in die USA verlagert wird ist jedenfalls utopisch. Die meisten Bauteile und Geräte können in den USA schlichtweg nicht ansatzweise zu konkurrenzfähigen Preisen gebaut werden. Wenn überhaupt, dann werden sie einen ähnlichen Weg wie schon Samsung gehen und auf andere asiatische Niedriglohnländer ausweichen. Bis Trump auch das begreift, kann es allerdings noch eine Weile dauern.

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