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Corona-Rezession noch tiefer als befürchtet

07. Juli 2020, 12:41 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Corona-Rezession noch tiefer als befürchtet
© jirsak - AdobeStock

Im Mai sagte die EU-Kommission die größte Wirtschaftskrise in der Geschichte der Europäischen Union voraus. Jetzt zeigen die Daten noch weiter nach unten. Immerhin: Das Ärgste könnte vorbei sein.

Die Rezession wegen Corona ist nach der neuesten Prognose der EU-Kommission noch tiefer als befürchtet - selbst wenn es ab jetzt wieder aufwärts geht. Ein historischer Absturz im ersten Halbjahr könnte die Wirtschaftsleistung in der Eurozone 2020 demnach aufs ganze Jahr gerechnet um 8,7 Prozent schrumpfen lassen, in der Europäischen Union insgesamt um 8,3 Prozent. Das ist etwa ein Prozentpunkt mehr Minus als noch im Mai gedacht. Deutschland wird mit einem Rückgang von 6,3 Prozent im EU-Vergleich etwas weniger hart getroffen.

Die neuen Zahlen legte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni am Dienstag in Brüssel vor. Im Mai war die Kommission noch von einem Minus von 7,7 Prozent für die 19 Staaten der Eurozone ausgegangen und 7,4 Prozent für die gesamte EU, also alle 27 Länder der Staatengemeinschaft. Die Verschlechterung der Prognose begründete die Kommission damit, dass die Aufhebung der Corona-Auflagen in kleineren Schritten vorangehe als damals angenommen.

»Die Pandemie hat die europäische Wirtschaft härter getroffen als zunächst gedacht, auch wenn jetzt eine vorsichtige Erholung beginnt«, sagte Gentiloni. Auch die jetzige Prognose sei mit großer Unsicherheit verbunden, vor allem mit Blick auf den Verlauf der Pandemie. Die Daten seien nur eine Momentaufnahme.

Demnach wird auch die Erholung nächstes Jahr etwas weniger robust ausfallen als noch im Mai gedacht. So prognostiziert die Kommission jetzt für 2021 in der Eurozone 6,1 Prozent Wachstum, für die EU als Ganzes 5,8 Prozent. Im Mai hatte sie Werte von 6,3 Prozent und 6,1 Prozent vorausgesagt. Für Deutschland nimmt die EU-Behörde 5,3 Prozent Wachstum für 2021 an.

Schon im ersten Quartal seien die Auswirkungen der Pandemie erheblich gewesen, obwohl die meisten Staaten erst Mitte März Ausgangsbeschränkungen verhängt hätten. Wegen der lange geltenden Auflagen sei dann der Rückgang der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2020 noch größer gewesen.

Unterm Strich werde für die Eurozone ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im ersten Halbjahr um 17 Prozent angenommen, sagte Gentiloni. Allein im zweiten Quartal seien es im Vergleich zum ersten 13 und ein halbes Prozent.

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