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Branchenmessen im Wandel

CES-Chef fordert mehr Agilität

07. Januar 2020, 14:45 Uhr   |  dpa

CES-Chef fordert mehr Agilität
© CES

Die Ausweitung der CES auf Gebiete wie Automobil- und Gesundheitstechnik ist für ihren Chef Gary Shapiro die wichtigste Voraussetzung, um auch künftig als Messe relevant zu bleiben und das traurige Schicksal anderer zu vermeiden.

Industriemessen wie die Technik-Show CES funktionieren nach Überzeugung ihres Chefs Gary Shapiro nur noch, wenn sie über den Tellerrand ihrer Branche hinausblicken. »Wir fokussieren uns immer wieder auf frische Bereiche, um unser Kernpublikum neuen Dingen auszusetzen«, sagte Shapiro der Deutschen Presse-Agentur vor Beginn der diesjährigen CES.

Shapiro hatte die CES als Chef des veranstaltenden Branchenverbands CTA unter anderem zu einer wichtigen Automesse gemacht. Ursprünglich war sie eine auf den amerikanischen Markt ausgerichtete Show für Unterhaltungselektronik. In diesem Jahr kam unter anderem ein Schwerpunkt auf Gesundheits-Technologien dazu.

Die Veränderungen durch digitale Technologie seien so rasant, dass man als Unternehmen schnell in Rückstand geraten könne, wenn man nicht den Trends in anderen Branchen folge, argumentierte Shapiro. Früher seien Messen Branchensilos gewesen - aber diese Zeiten seien vorbei. »Kein Unternehmen - auch nicht Schwergewichte wie Apple - kann ohne Partnerschaften mit anderen Firmen existieren.«

In der deutschen Wirtschaft wurde zuletzt darüber diskutiert, ob große Messeveranstaltungen überhaupt noch zeitgemäß seien. Ein Auslöser war das Aus für die zuvor lange schwächelnde IT-Messe Cebit. Zuletzt zeichnete sich auch ab, dass die Automesse IAA nach einer enttäuschenden Ausgabe im vergangenen Herbst ein neues Konzept brauchen wird.

Der CES-Chef sieht dagegen keine Gefahr, dass große Industriemessen wie seine grundsätzlich obsolet werden. Top-Manager bräuchten weiterhin die Möglichkeit, sich mit Kunden und Partnern zu treffen - und eine Messe biete effiziente Gelegenheiten dazu. Ein CES-Teilnehmer komme im Schnitt auf 33 Treffen. Die Messe, die in diesem Jahr vom 7. bis 10. Januar läuft, steht nur Fachbesuchern offen. Zum kommenden Jahr soll eine weitere große Halle auf dem Messegelände eröffnet werden, mit der auch die CES ausgeweitet werden kann.

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