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Beschäftigte verzichten auf Geld

Bosch-Werk in Bamberg gesichert

07. November 2019, 14:49 Uhr   |  dpa

Bosch-Werk in Bamberg gesichert
© Bosch

Bamberg ist in der Bosch-Welt ein Leitwerk für die Dieseltechnologie. Entsprechend dunkel waren die Wolken über dem Standort. Nun ist klar, wie das Werk den Wandel in der Autobranche meistern soll. Ohne Verzicht geht es aber nicht.

Nach monatelanger Unsicherheit ist die Zukunft des größten deutschen Produktionsstandorts von Bosch in Bamberg geklärt. Die Beschäftigten des Autozulieferers reduzieren für die kommenden sechs Jahre ihre Arbeitszeit und müssen auf einen Teil ihres Geldes verzichten. Im Gegenzug schließt das Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen bis ins Jahr 2026 aus und investiert in eine Neuausrichtung des Werks, das komplett am Verbrennungsmotor hängt. Werkleitung und Betriebsrat haben eine entsprechende Vereinbarung zur Standortsicherung ausgehandelt, wie sie am Donnerstag mitteilten. Zuvor waren die Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung darüber informiert worden.

»Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden«, sagte Betriebsratschef Mario Gutmann der Deutschen Presse-Agentur. »Ich bin erleichtert, dass wir damit eine Neuausrichtung und Sicherheit bekommen. Vor allem die Sicherheit ist heute unbezahlbar«, betonte er. Mit der Vereinbarung gewinne man die nötige Zeit, um die Transformation des Standorts zu schaffen, und könne viele Arbeitsplätze erhalten.

Bamberg ist im Verbund der Bosch-Standorte ein Leitwerk für Dieseltechnologie und der größte Produktionsstandort in Deutschland. Mehr als 7.000 Menschen sind dort beschäftigt. Entsprechend stark bekommt das Werk schon seit längerer Zeit den Wandel in der Autobranche zur Elektromobilität und den damit verbundenen Rückgang der Nachfrage nach Verbrenner-Technologie zu spüren. Für einige andere Standorte hatte Bosch kürzlich schon Stellenstreichungen angekündigt. Andere Zulieferer wollen ebenfalls sparen und dafür die Zahl ihrer Mitarbeiter verringern.

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