Chancen in der Krise: Konsolidierung im Komponenten-Markt

Der Trend weg vom PC hin zu mobilen Geräten setzt den Markt für Komponenten zunehmend unter Druck. Intel hat deshalb bereits seine eigene Mainboard-Sparte aufgegeben. Gleichzeitig läuft das Geschäft in anderen Bereichen wie Speichermedien und Gaming-Zubehör so gut wie schon lange nicht mehr.

Der Komponentenmarkt fordert die Flexibilität der Fachhändler (Bild: Fotolia/Mny-Jhee)

Das Jahr 2012 hat der IT-Branche einen merklichen Niedergang der klassischen PC-Verkäufe beschert. Auch die beiden Hoffnungsträger Windows 8 und Ultrabooks konnten hier nicht mehr helfen, die Verkaufszahlen aufzubessern. Ausgerechnet im sonst üblicherweise starken Jahresendgeschäft schrumpfte der Absatz laut der Analysen von IDC und Gartner mit 6,4 Prozent noch einmal doppelt so stark wie über das Gesamtjahr gerechnet. Damit war es eines der schlechtesten Quartale seit vielen Jahren. Und auch für dieses Jahr erwarten die Marktforscher ähnlich deprimierende Zahlen, die Zahl der weltweit verkauften PCs soll deutlich unter die Marke von 90 Millionen fallen. Dieser schwache Ausblick fordert seinen Tribut. So hat etwa Branchenriese Intel Anfang des Jahres bekannt gegeben, die Entwicklung und Produktion eigener Mainboards für PCs im Laufe der nächsten Monate aufzugeben. Trotz der rund vier Millionen im vergangenen Jahr noch ausgelieferten Mainboards lohnt sich das Geschäft für den Chip-Hersteller einfach nicht mehr. Künftig will Intel seine Ressourcen und Kompetenzen aus diesem Bereich lieber für die Entwicklung neuer Ultrabook-Standards sowie mobiler Formfaktoren einsetzen. Damit folgt man kompromisslos den Prognosen der Trendforscher: Laut IC Insights werden die Hersteller im Jahr 2013 sogar weltweit erstmals mehr Geld für Mobiltelefon-Bauteile (70,7 Milliarden US-Dollar) als für PC-Komponenten (65,1 Milliarden US-Dollar) ausgeben. Was für die meisten Hersteller ein gangbarer Ausweg sein könnte um sich den neuen Gegebenheiten anzupassen, bleibt für den Handel allerdings ein schlechtes Vorzeichen. Denn er ist von dem Geschäft mit den mobilen Bauteilen weitgehend ausgeschlossen. Lediglich im Zubehörbereich lassen sich einige Produkte wie Speicherkarten, Adapter und Kabel als Ergänzung zu Tablets und Smartphones verkaufen.