Logistik ausgelagert und eingestellt: Update! B.Com bleibt vorerst lieferunfähig

Nach dem Schock über die überraschende Insolvenz des Distributors B.Com macht sich bei den Geschäftspartnern auch Ärger über die verfehlte Kommunikationspolitik breit. Tatsache ist: Der Kölner Distributor bleibt mangels Logistik fürs Erste lieferunfähig.

Berichtigung: Die Logistikwerk GmbH in Braunschweig steht nicht, wie im Artikel ursprünglich behauptet, »vor der Abwicklung«. Der Logistik-Dienstleister hat neben der B.Com auch andere Auftraggeber und setzt seine Geschäftstätigkeit uneingeschränkt fort. Wir entschuldigen uns für diesen Fehler im Bericht.

Der Insolvenzfall der B.Com überraschte viele Geschäftspartner und löste Betroffenheit aus. In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Firmenchef Torsten Belverato optimistisch, »dass wir in der Insolvenz die Unternehmensgruppe sanieren und für die Zukunft neu aufstellen können«. Seitdem herrscht jedoch Funkstille in Köln und der Ärger über die Maulkorbstrategie nimmt unter den Partnern zu: Fachhändler berichten, dass, nach sich bereits häufenden Lieferschwierigkeiten in den Wochen zuvor, die Bestellannahme mit der Insolvenzanmeldung komplett eingestellt wurde. »Das gesamte B.Com-Team arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, den regulären Geschäftsbetrieb so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. Die Ansprechpartner stehen weiterhin wie gewohnt zu den bekannten Zeiten zur Verfügung«, informierte der Distributor Partner.

Tatsache ist: B.Com bleibt auf unabsehbare Zeit lieferunfähig, denn die Kölner Firma steht ohne Logistik und Waren da. Der Distributor hatte, wie CRN erfahren hat, in den vergangenen Monaten ihre komplette Logistik vom DHL-Lager in Staufenberg nach Braunschweig verlegt, wo man mit der Logistikwerk GmbH einen günstigeren Anbieter von Logistik-Services gefunden hat. Die seit 2006 währende Outsourcing-Partnerschaft mit DHL wurde den Kölnern aufgrund der hohen Kosten spätestens im vergangenen Jahr zur Last: Im Herbst 2012 begann der Umzug nach Braunschweig, der dann im Februar 2013 abgeschlossen war. Zu den Beteiligten an diesem für beide Seiten gewinnversprechenden Geschäft mit dem B.Com-Management gehörte Andreas Sander, dessen Distributionsfirma Kosatec Logistikkapazitäten für den Outsourcing-Deal zur Verfügung stellte. Der im Oktober gegründete Logistikdienstleister wurde von der Insolvenz der B.Com völlig überrascht. Kosatec-Chef Andreas Sander betont gegenüber CRN, dass diese Vorgänge nicht in Verbindung mit seiner Firma stünden und keine Auswirkungen auf das Geschäft des Distributors Kosatec hätten.

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