Konzernumbau von Hewlett-Packard: HP spaltet PC-Sparte ab

Hewlett-Packard leitet einen radikalen Strategiewechsel ein: Das PC-Geschäft wird abgespalten, die Tablet-PCs eingestellt. Mit dem Kauf von Autonomy für zehn Milliarden Dollar legt Konzernchef Apotheker den Fokus künftig auf Software und Dienstleistungen.

HP kauft das Software-Unternehmen Autonomy für zehn Milliarden Dollar und spaltet gleichzeitig sein schwächelndes PC-Geschäft ab. Zudem will der weltgrößte Computerkonzern die auf dem Betriebssystem WebOS basierten Tablet-PCs einstellen. Der US-Retailer Best Buy hatte zuvor über eine schwache Nachfrage nach den Tablets berichtet. Die Tablets wurden erst vor sechs Wochen gelauncht. US-Partner des Herstellers äußerten sich in ersten Stellungnahmen erstaunt. Auf einer HP-Konferenz in der vergangenen Woche in den USA wurden die WebOS- und Tablet-Plane des Konzerns bekräftigt. Das Unternehmen will mit dem Umbau offenbar auf den Spuren von IBM wandeln.

Autonomy ist auf Programme, mit denen große Unternehmen ihre Datenbestände besser im Griff behalten können, spezialisiert. HP will 25,50 Pfund pro Aktie in bar zahlen, am Donnerstag lag der Kurs bei 14,25 Pfund. Mit dem kräftigen Aufpreis dürfte Autonomy Hewlett-Packard rund 6,2 Milliarden Pfund kosten - oder gut zehn Milliarden US-Dollar, wie zuvor unter anderem die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet hatte.

Im nachbörslichen Handel fiel die HP-Aktie um 2,1 Prozent, nachdem sie an der Wall Street bereits um mehr als sechs Prozent in die Tiefe gerauscht war.