Kühlung und Power für die Deutsche Tourenwagenmeisterschaft (DTM): Energieeffizient auf der Überholspur

Ein Unternehmen auf Siegeskurs: Wenn es um die Deutsche Tourenwagenmeisterschaft (DTM) geht, führt an den Wagen des schwäbischen Spezialisten HWA AG kein Weg vorbei. Mit neun Fahrertiteln ist das Team der ehemaligen Motorsportabteilung von Mercedes-AMG das erfolgreichste in der DTM-Geschichte. Voller Power ist auch die IT des Unternehmens – mit einem energieeffizienten Konzept von APC by Schneider Electric.

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Seinen Dauererfolg verdankt HWA nicht nur guten Fahrern und exzellenten Ingenieuren. Auch die IT läuft mit hoher Drehzahl: So arbeitet im Rechenzentrum des Unternehmens nicht ausschließlich eine klassische Server-Landschaft für Office-Anwendungen und CAD-Programme. Ein spezieller Clusterverbund ist dort fast rund um die Uhr damit beschäftigt, komplexe Windkanalberechnungen für die Ingenieure durchzuführen. An Renntagen der DTM ist die IT dann besonders gefragt: Über in Echtzeit erhobene Telemetrie-Daten erkennen die HWA-Spezialisten sofort, wo noch Verbesserungspotenzial steckt und wie sich ihre Boliden im harten Praxiseinsatz bewähren.

Ein permanenter Härtetest, in dem selbst ein kleiner Stromausfall teure Folgen haben kann. An Blitzeinschlägen und Stromschwankungen mangelt es am Firmensitz in Affalterbach nicht. Die idyllische Region Marbach-Ludwigsburg ist für ihre Unwetter berüchtigt. Im Frühjahr 2009 etwa standen weite Teile des Landstrichs unter Wasser, zahlreiche Dörfer waren kurzfristig im Ausnahmezustand. Doch auch an ruhigeren Tagen sind Stromausfälle nicht gerade selten: »Hier herrschen besondere Wetterverhältnisse, vor deren Folgen wir uns optimal schützen wollten«, berichtet Holger Neumeyer, IT-Leiter bei HWA, über das Vorhaben, das Rechenzentrum des Unternehmens zu modernisieren.

Seit der Ausgründung des Rennstalls aus Mercedes-Benz AMG im Jahr 1998 hatte sich der Rechnerpark erheblich vergrößert. Entsprechend zeigten sich in der Folge Probleme mit der Kühlung. Das vorhandene Luftvolumen war für IT-spezifische Temperaturen schlicht nicht mehr ausreichend. Auch die Zeit bis zum Herunterfahren der Systeme im Falle eines Stromausfalls war viel zu kurz: »Wegen eines Ausfalls von fünf Minuten mussten wir wichtige Rechner herunterfahren und komplexe Berechnungen komplett neu starten. So konnte es nicht weitergehen«, erklärt Neumeyer.

Die Berater der Firma Dell – seit langem IT-Partner von HWA – empfahlen den Einsatz eines Komplettsystems von APC by Schneider Electric. Die ebenfalls evaluierten Angebote anderer Anbieter überzeugten Neumeyer nicht. »Nur APC konnte ein rundes Gesamtprodukt aus einer Hand bieten.«

Gemeinsam mit APC-Spezialisten entwarf das IT-Team einen komplett neuen, energieeffizienten Serverraum – inklusive Racks, Klimatisierung, Elektroverteilung sowie einer USV-Lösung.

Das APC-Team unter Leitung von Sales-Manager Joachim Loest setzte dabei auf eine redundante, skalierbare USV des Typs »Symmetra PX 10-80kW N+1«. Im Serverraum von HWA kommt zudem ein Elektroverteilerschrank von APC zum Einsatz. Dieser ist auf maximal 84 Sicherungsautomaten erweiterbar. Ein solcher Ausbau kann durch einen Elektriker sogar im laufenden Betrieb erfolgen, ein Shutdown der Server ist dafür nicht notwendig. Der Server und die Netzwerkkomponenten sind in sechs APC-NetShelter SX-Racks untergebracht, die in zwei Reihen aufgestellt wurden.

Zur Klimatisierung der Racks dienen insgesamt vier APC-Klimageräte des Typs »InRow RC«. Bei dem von HWA verwendeten Warmgang-Modell sind die IT-Schränke mit den Rückseiten gegenüberliegend in zwei Reihen aufgestellt. Das IT-Equipment wird somit von außen nach innen mit Luft durchströmt, die Abwärme sammelt sich zwischen den beiden Schrankreihen und bildet somit den Warmgang (Hot-Aisle). Ein so genanntes Hot-Aisle-Containment-System schottet den Warmgang mittels Türen und Dachelementen zum umgebenden Raum hin luftdicht ab und konzentriert dadurch die Warmluft im Inneren des so genannten Data-Cube. Leistungsfähige, in die Schrankreihen integrierte Reihenkühlungselemente entziehen dem Warmgang die erwärmte Luft, kühlen sie über einen geschlossenen Wasserkreislauf auf Raumtemperatur ab und leiten sie horizontal wieder nach außen in die Umgebung.

Dieses von APC entscheidend weiterentwickelte System ist universeller, energieeffizienter und kostengünstiger als die konventionellen Kaltgang-Einhausungen. Zudem bieten modular aufgebaute Warmgang-Lösungen wie die »APC InfraStruXure« den Vorteil der Skalierbarkeit. So lassen sich beispielsweise die Schrankreihen durch zusätzliche Schränke und Kühlungsmodule bedarfsgerecht erweitern.

Durch diese APC-Technik konnte HWA zudem seine Energiekosten senken. »Obwohl die Serverlast stark angestiegen ist, ließ sich die Kühllast erheblich reduzieren«, freut sich Neumeyer. So benötigte das Unternehmen im alten Serverraum 28 kW Leistung, durch die neue APC-Installation sind es dagegen nur noch 14 kW.

Auch im harten Ernstfall hat sich die neue Anlage bereits bewährt: Als im Juli 2009 erneut ein schweres Unwetter die Region heimsuchte, schlug mehrmals der Blitz in unmittelbarer Nähe der HWA-Zentrale ein. Ein länger anhaltender Stromausfall war die Folge. »Wir konnten ganz gelassen bleiben. Die Serveranlage ist problemlos weitergelaufen. Wir hatten keinerlei Schäden«, berichtet Neumeyer. Derartig unkompliziert war sein Leben nicht immer: Jeder Blitzeinschlag in der Nähe des Unternehmens führte bislang unweigerlich zu defekten Netzteilen, Netzwerkkarten, Hubs und Switches. Die APC-Anlage hat sich auch deshalb schon nach kürzester Zeit bezahlt gemacht. »Ich kann APC wärmstens empfehlen. Die Produkte sind einfach zu administrieren und funktionieren absolut zuverlässig«, fasst Neumeyer zusammen.

Dietmar Spehr, freier Autor, München