Speichertechniken / Data-Center: Chip-Hersteller Broadcom will Storage-Spezialisten Emulex kaufen

Rund 764 Millionen Dollar will Broadcom für Emulex auf den Tisch legen. Broadcom ist einer der weltweit führenden Hersteller von Chips für Kommunikationsgeräte, von Ethernet- und WLAN-Adaptern bis hin zu Voice-over-IP- und Mobilfunksystemen.

Broadcom ist bereit, einen Aufschlag von 40 Prozent auf den Aktienkurs von Emulex vom 20. April zu bezahlen. Das schlug Scott A. McGregor, Präsident und Chief Executive Officer der Firma, dem Aufsichtsrat von Emulex vor. Der Kaufpreis würde dann bei etwa 764 Millionen Dollar liegen.

Machte den Kollegen von Emulex ein Übernahmeangebot: Scott McGregor,Präsident und CEO von Broadcom.

Für Broadcom ist vor allem das Know-how von Emulex im Bereich Fibre Channel (FC) und speziell Fibre Channel over Ethernet (FCoE) von Interesse. FCoE wird voraussichtlich Mitte nächsten Jahres als Standard vorliegen. Allerdings bringen bereits jetzt Unternehmen Adapterkarten und Switches heraus, die dieses Protokoll unterstützen.

FCoE gilt als wichtige Technik im Data-Center. Sie erlaubt es, FC-Daten über Ethernet-Verbindungen, in der Regel 10-Gigabit-Ethernet, zu transportieren. Broadcom geht davon aus, dass die Verarbeitung von FC- und Ethernet-Paketen auf einem Chip konzentriert wird. Dadurch soll das – kostspielige – Nebeneinander unterschiedlicher Techniken im Rechenzentrum ein Ende finden.

Converged-Networking-Adapter für Ethernet und Fibre Channel

Solche so genannten Converged-Networking-Adapter bietet neben Emulex auch Qlogic an. Wie berichtet, hat Qlogic einen applikationsspezifischen Baustein (Asic) entwickelt, der das Handling von FC- und Ethernet-Daten übernimmt.

Zudem ist auch Intel dabei, Converged-Networking-Lösungen zu entwickeln. Bis diese marktreif sind, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen: Intel verfügt zwar über Know-how in Sachen Ethernet und Chipfertigung, jedoch nicht im Bereich Fibre Channel.

Broadcom erzielte im vergangenen Geschäftsjahr (Ende: 31. Dezember 2008) einen Umsatz von 4,66 Milliarden Dollar, rund 23 Prozent mehr als 2007. Der Nettogewinn stagnierte allerdings bei 214,8 Millionen Dollar. Im Jahr zuvor verdiente Broadcom nur 1,5 Millionen Dollar weniger.

Die Führungsspitze von Emulex teilte mit, dass sie das Angebot von Broadcom prüfen werde.