Drittes Kaufangebot in Sicht: Osram in der Krise heiß begehrt

Die Übernahmeschlacht um Osram wird zum Fortsetzungsdrama: Ein eigentlich schon abgeschlagener US-Finanzinvestor zaubert einen neuen Partner aus dem Hut, um die momentan in Führung liegende Konkurrenz aus Österreich doch noch auszustechen.

(Foto: Osram)

Die Bieterschlacht um Osram nimmt dramatische Züge an: Mit neuem Partner und höherem Angebot will der eigentlich bereits unterlegene US-Finanzinvestor Bain Capital den in Führung liegenden österreichischen Sensorhersteller AMS bei der Übernahme des Beleuchtungsherstellers doch noch ausstechen. Das Beteiligungsunternehmen Advent hat im Konsortium mit Bain Capital ein neues Übernahmeangebot in Aussicht gestellt, wie Osram am Mittwoch mitteilte. Im Schreiben des neuen Konsortiums an den Osram-Vorstand wird laut Osram ein »bedeutender Aufschlag« im Vergleich zur AMS-Offerte von 38,50 Euro je Aktie in Aussicht gestellt.

Bain Capital hatte mit dem ersten Partner Carlyle 35 Euro je Aktie geboten, AMS hatte das dann mit 38,50 Euro übertrumpft. Das wären insgesamt etwa 3,7 Milliarden Euro und somit 300 Millionen Euro mehr als von den US-Investoren geboten. AMS-Chef Alexander Everke wähnte sich deswegen schon auf der Siegerstraße. »Ich bin kein Fan von Plan B oder C«, hatte der ehemalige Siemens-Manager vergangene Woche erklärt, warum er keine Vorbereitungen für ein Scheitern der Osram-Übernahme treffen wolle. Die Osram-Aktionäre haben noch bis zum 1. Oktober Zeit, sich für oder gegen das AMS-Angebot zu entscheiden. Osram ist in einer schweren Krise und schreibt seit drei Quartalen Verluste, deswegen steht das über 110 Jahre alte Unternehmen zum Verkauf.

Vorstand und Aufsichtsrat von Osram haben den Aktionären zwar empfohlen, wegen des höheren Preises die AMS-Offerte anzunehmen - ihr Ja aber mit so vielen Bedenken und Einwänden versehen, dass dies vielfach als nur halb verstecktes Nein gewertet wurde. Unter anderem haben sich Osram-Vorstandschef Olaf Berlien und der Aufsichtsratsvorsitzende Peter Bauer entschieden, ihre eigenen Aktien nicht an AMS zu verkaufen.

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