IFA-Chef Jens Heithecker im CRN-Interview: »Der Verlust der Cebit tut uns allen nicht gut.«

Die IFA 2019 ist trotz erweiterter Ausstellungsflächen 2019 erneut voll ausgebucht. Wie sich die Berliner CE-Show im schwierigen Messegeschäft seit vielen Jahren so erfolgreich behaupten kann, erläutert IFA-Chef Jens Heithecker im CRN-Interview.

»IFA Next ist keine Start up-Halle«

CRN: In den letzten Jahren gab es immer prominente Neuzugänge oder Rückkehrer bei den Ausstellern. Sind auf der diesjährigen IFA auch wieder welche dabei?

Heithecker: An herausragender Stelle ist dies unser »IFA Next«-Partnerland Japan. Es macht uns sehr viel Freude, die große Zahl an Innovationen und vor allem Innovatoren zu sehen. Darüber hinaus ist der Markt eher von Konzentration und Konsolidierung geprägt, die man deutlich in diesem Jahr auf der IFA sehen wird.

CRN: Die IFA hat mit »IFA NEXT« seit einigen Jahren ein eigenes Startup-Format. Wie hat sich das entwickelt? Welche Rolle spielen Startups mittlerweile auf der Messe?

Heithecker: So einfach haben wir uns es nicht gemacht. IFA Next ist keine Start up-Halle. Wenn wir betrachten, wie Innovationen in die Welt kommen, so sind es in der Regel keine einsamen Erfinder, sondern es geschieht im bewussten Zusammenspiel von Industrien, Partnern, etablierten Unternehmen und Start ups. Wir haben dafür auf der IFA den Begriff Co-Innovation geprägt. Es war unser Ziel, diesem Prozess die bestmögliche Plattform zu schaffen in einem außergewöhnlichem Mix aus kommunikationsförderndem Hallendesign, integrierten Bühnen als Innovation Engines, der Bühne der führenden IFA International Keynotes und Conventions wie dem IFA Summit+, der sich mit den die nächsten 10 Jahren prägenden Trends beschäftigt oder unsere Convention für die die vernetzte Mobilität der Zukunft SHIFT automotive. Und der Erfolg gibt dem Konzept Recht.

CRN: Vor einigen Jahren wurde auch ein B2B-Fachbesucherbereich für Hersteller, Zulieferer und OEMs etabliert. Wie hat sich IFA Global Markets entwickelt? Wird der Bereich künftig eine größere Rolle spielen?

Heithecker: IFA Global Markets hat sich innerhalb kürzester Zeit zu Europas größter Sourcing-Plattform entwickelt. Ob OEM, ODM, supply chain, es gibt keinen erfolgreicheren Marktplatz dafür in Europa. Aktuell könnten wir, wenn wir allein den Anmeldungen folgen würden, binnen kürzester Zeit den Bereich verdoppeln. Allerdings müssten wir dann das Gelände wechseln, da die »STATION« zu klein wäre. Stattdessen haben wir entschieden, beim Ausbau der IFA Global Markets auf Qualität und Selektion zu setzen und damit für die Einkäufer, Handel und andere Unternehmen die höhere Attraktivität im Vergleich zu Wettbewerbsangeboten weiter auszubauen. Insofern spielt inhaltlich der Bereich bereits eine deutlich größere Rolle als zuvor.

CRN: Wird es dieses Jahr neue Ausstellungsbereiche und Formate geben?

Heithecker: Es wird keine explizit neuen Formate geben, stattdessen den Ausbau der bestehenden Formate, auch in Vorbereitung für die kommenden Jahre. Wir werden nicht stehen bleiben.

Gleichzeitig bauen wir Formate ergänzend und neben der IFA auf, wie die »CE Week« im Juni in New York und »CE China« im September in Guangzhou, wo wir die Trends der IFA für den amerikanischen und den chinesischen Handel aufbereiten. Mit der »Smart Country« im Oktober in Berlin, der neuen Messe für die Digitalisierung des öffentlichen Sektors wie auch mit Europas führender Fachmesse für die Digitalisierung des Gesundheitswesen DMEA im April unterstützen wir die ITK-Industrie mit erfolgreichen Formaten zum Teil seit vielen Jahren.