IFA-Chef Jens Heithecker im CRN-Interview: »Der Verlust der Cebit tut uns allen nicht gut.«

Die IFA 2019 ist trotz erweiterter Ausstellungsflächen 2019 erneut voll ausgebucht. Wie sich die Berliner CE-Show im schwierigen Messegeschäft seit vielen Jahren so erfolgreich behaupten kann, erläutert IFA-Chef Jens Heithecker im CRN-Interview.

Messen sind eines der effizientesten Marketinginstrumente

(Foto: Messe_Berlin)

CRN: Mit der CEBIT hat eine der renommiertesten und ältesten deutschen Technologiemessen für immer die Pforten geschlossen. Kann die IFA vom Wegfall eines so großen Konkurrenten profitieren oder hat dieser Rückschlag für den Messestandort Deutschland auch für die IFA negative Folgen?

Heithecker: Na ja, die älteste Technologiemesse ist eigentlich die IFA, denn sie wurde 1924 erstmalig veranstaltet. Vor allem aber spüren wir es sehr oft in Gespräche mit Ausstellern und Partnern in Deutschland und im Ausland: Der Verlust der Cebit tut uns allen nicht gut.

Auch unter diesem Aspekt argumentieren wir stärker denn je, dass Messen eines der effizientesten und wirksamsten Marketinginstrumente sind. Ja, sie sind aufwändig für die Industrie und den Besucher. Andererseits haben Sie wie bei keinem anderen Instrument die Chance, in Ihrer emotionalen Markenumgebung mit einer Vielzahl von bekannten wie neuen Kontakten zu kommunizieren. Überlegen Sie, wie viele Reisen Sie als Chef oder Vertriebsmitarbeiter für die einzelnen Kundenbesuche aufwenden müssten oder wie viele Veranstaltungen, Roadshows und Einzelgespräche Sie als Kunde besuchen bzw. führen müssten, um auch nur ansatzweise einen Überblick zu erhalten, von unerwarteten Neuentdeckungen nicht zu reden.

Oder wann man in dieser Breite mit seinen Innovationen und neuen Produkten die Chance hat, in den Medien wahrgenommen zu werden. Diese großen Stärken von Messen, die als dynamischer Treiber im Markt und Innovationswettbewerb wirken, müssen wir immer wieder beweisen.