Untersuchung gegen US-Chipriesen: EU nimmt Broadcom ins Visier

Die EU-Wettbewerbshüter haben wegen des Verdachts der Wettbewerbsverzerrung eine Untersuchung gegen den Chiphersteller Broadcom eingeleitet.

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Der US-Chipkonzern Broadcom ist wegen möglicherweise illegaler Wettbewerbspraktiken ins Visier der EU-Kommission geraten. Eine förmliche Untersuchung sei eingeleitet worden, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit.

Broadcom - ein ehemals asiatisches Unternehmen, das in die USA umzog - ist der weltweit größte Anbieter von Chipsätzen für Digitaldecoder, Modems und WLAN-Geräte.

»Wir gehen davon aus, dass Broadcom […] vertragliche Beschränkungen für den Ausschluss seiner Wettbewerber vom Markt eingeführt hat«, sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. Die Kommission habe zudem vor, einstweilige Maßnahmen gegen das Unternehmen zu verhängen, »um dem Risiko eines ernsten, nicht wieder gutzumachenden Schadens für den Wettbewerb vorzubeugen«.

Konkret werfen die Wettbewerbshüter dem Chipriesen hier vor, sieben seiner Hauptkunden, die TV-Digitaldecoder und -modems herstellen, mit illegalen Mitteln an sich zu binden, damit diese praktisch ausschließlich Chips von Broadcom erwerben.

Die Einleitung des Verfahrens greife dem Ergebnis noch nicht vor, erklärte die EU-Kommission weiter. Im äußersten Fall können allerdings Strafen in Milliardenhöhe fällig werden.