CRN-Exklusiv-Interview: Intels PC-Geschäft macht sich zukunftsfest

Intels Geschäft hat sich über die Jahrzehnte verändert. Vor allem das Kerngeschäft mit Prozessoren wird von der schwachen PC-Nachfrage und neuen Konkurrenten kräftig durchgeschüttelt. Wie der Chipriese seine Brot-und-Butter-Sparte wetterfest aufstellt und wo sich neue Geschäftschancen eröffnen, erläutert Intels weltweiter Sales- und Marketing-Verantwortliche der Client Computing Group, im CRN-Interview.

»Gaming startet gerade erst durch«

Mehrere zehntausend Gaming-Fans bei den Intel Extreme Masters im polnischen Kattowitz
(Foto: Intel)

CRN: Apropos Gaming. Wie wichtig ist diese Zielgruppe für Intel? Das Gaming-Segment ist ja die letzten Jahre sehr stark gewachsen. Ist da noch mehr drin oder ist der Zenit bereits überschritten?

Long: Nein, der Höhepunkt ist hier ganz bestimmt noch nicht erreicht. Gaming startet vielmehr gerade erst durch, wie die wachsenden Besucherzahlen etwa bei großen eSport-Turnieren zeigen. Intel engagiert sich hier sehr stark, etwa als Sponsor der Intel Extreme Masters. Bei den Finals, die im März im polnischen Kattowitz ausgetragen wurden, waren zehntausende Fans vor Ort in der Arena und mehrere Millionen verfolgten die Spiele im Internet. Deswegen erwarten wir hier in den kommenden Jahren noch deutlich mehr Wachstum.

Vor allem ist Gaming ein klassisches Geschäft für Reseller. Hier können sie sich differenzieren etwa mit ausgefallenen Cases, Konfigurationen und Cooling-Lösungen. Denn Gamer wollen immer die aktuellsten Systeme.

CRN: Durch Trends wie Gaming-as-Service, etwa Googles Games-Stream-Dienst »Stadia«, wird die Hardware-Plattform aber weniger wichtig. Theoretisch sollen sich Spiele aus der Cloud auch auf einem Chromebook spielen lassen.

Long: Kurzfristig gesehen stellen Trends wie Cloud-Gaming sicher eine Herausforderung dar. Aber auf lange Sicht müssen wir vor neuen Entwicklungen keine Angst habe. Wir sehen den Trend in die Cloud in allen Industriebereichen und trotzdem steigt der Bedarf an immer leistungsfähigeren Komponenten. Denn auch die Gaming Provider optimieren ihre Games für PCs und leistungsfähigere Systeme machen dann eben doch einen Unterschied.