»Rollkugelsteuerung« für 1.500 Mark: Erste PC-Maus wird Museumsstück

Es ist die Story einer kleinen grauen Computer-Maus. Unterschätzt, Patent verwehrt, sau-teuer damals vor gut 50 Jahren. Und zugleich eine überraschende, auch für Nicht-Techniker eine spannende Geschichte. Der Maus-Entwickler, heute im hohen Alter, erzählt sie.

Von der »Rollkugelsteuerung« zur »Maus«

Engelbarts Erfindung bekam den einprägsamen Namen »Maus«. Und wie nannten die deutschen Tüftler ihr Kind? »Wir haben uns da geniert. Wir waren viel zu nüchtern und schüchtern und haben das Ganze "Rollkugelsteuerung" genannt.« Na ja. Trotzdem: Sein Gerät made in Germany sei der amerikanischen Entwicklung »konstruktiv weit überlegen« gewesen, ist Mallebrein überzeugt. Heute gebe es noch je ein Exemplar in Stuttgart und bei München, außerdem wisse man von einem weiteren in den USA. Das wars.

Der Durchbruch für die Computermaus gelang mit den ersten halbwegs bezahlbaren Computern von Apple, die eine grafische Benutzeroberfläche hatten: Lisa (1983) und Macintosh (1984). Apple-Mitbegründer Steve Jobs hatte zuvor beim legendären kalifornischen Forschungszentrum Xerox PARC gesehen, wie man mit einer Maus einen Rechner steuern kann.

Dass die vierte Mallebrein-Maus den Weg zu ihm und nun ins Museum fand, hat auch eine Vorgeschichte: Er sei vor zehn Jahren auf einen Bericht über die Erfindung in einer Telefunken-Zeitschrift von Oktober 1968 gestoßen, erzählt Technikhistoriker Ralf Bülow. Er machte das publik, es gab Medienberichte. Ein Ex-Kollege habe ihm daraufhin zum »Maus-Durchbruch« gratuliert und später auch ein nagelneues Exemplar aufgespürt, sagt Mallebrein. Das ist nun dauerhaft hinter Glas in Paderborn zu bestaunen.

Übersicht