Eskalation in Handelskrieg: Trump erhöht Zölle auf Importe aus China

Trump verschärft den Druck: Während noch verhandelt wird, erhöht der US-Präsident die Sonderzölle auf Einfuhren aus China. Jetzt droht Peking mit Vergeltung. Die Eskalation trifft auch Deutschland.

(Foto: ink drop - AdobeStock)

US-Präsident Donald Trump hat den Handelskrieg mit China drastisch verschärft. Ungeachtet der laufenden Gespräche mit China erhöhten die USA die geltenden Sonderzölle auf Einfuhren aus dem Reich der Mitte in der Nacht zum Freitag um mehr als das Doppelte. China kündigte »notwendige Gegenmaßnahmen« an. Trotz der Eskalation des seit Monaten andauernden Handelskrieges zwischen den zwei größten Volkswirtschaften wollen beide Seiten ihre zweitägigen Verhandlungen in Washington am Freitag aber fortsetzen.

Bei der ersten Runde am Donnerstag konnte kein Durchbruch erzielt werden, obwohl Chinas Unterhändler einen «wunderschönen Brief», so Trump, von Staats- und Parteichef Xi Jinping mitgebracht hatten. Kurz nach Mitternacht Ortszeit in Washington trat die Anhebung der Sonderabgaben auf Importe aus China im Wert von 200 Milliarden Dollar in Kraft. Die Zölle stiegen von bisher zehn auf 25 Prozent. Davon ist jetzt die Hälfte aller chinesischen Exporte in die USA betroffen.

Chinas Chefunterhändler Liu He kritisierte das US-Vorgehen. In der gegenwärtigen Situation zusätzliche Zölle zu verhängen, sei «keine gute Lösung für das Problem», sagte der Vizepremier dem chinesischen Staatsfernsehen CCTV. »Es ist nicht gut für China, nicht gut für die USA und für den Rest der Welt«, sagte Liu He in der US-Hauptstadt.

Trotzdem äußerte er sich zuversichtlich. »Wir wollen einige der Differenzen ehrlich, zuversichtlich und rational lösen«, sagte Liu He. »Ich denke, es gibt Hoffnung.« Die beiden Volkswirtschaften der USA und China seien in gewissem Sinne Teil einer vollständigen industriellen Kette, sagte der Vizepremier. »Und jedem wird geschadet.« Auch wenn es jetzt Probleme in den Verhandlungen gebe, sollten »nicht unschuldige Menschen darunter leiden«.

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