»Bremsen und Gasgeben gleichzeitig«: Schaeffler will Hunderte Jobs in Deutschland streichen

Zollstreit mit den USA, schwächelnde Nachfrage aus China und die Umstellung auf den neuen Abgas- und Verbrauchstest WLTP: Die Autobauer haben an mehreren Fronten zu kämpfen. Das bekommt auch der Zulieferer Schaeffler zu spüren - und zieht nun die Konsequenzen.

Die Flaute in der Automobilindustrie macht dem Zulieferer Schaeffler immer stärker einen Strich durch die Rechnung. Die Aussichten für dieses und die kommenden Jahre sehen insbesondere für die Autozuliefersparte mau aus und Vorstandschef Klaus Rosenfeld will eine neue Sparrunde einläuten. Rund 900 Stellen sollen insgesamt wegfallen, 700 davon in Deutschland, wie das Unternehmen am Mittwoch in Herzogenaurach mitteilte. Betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen sollen demnach jedoch vermieden werden. Die Aktie fiel am Mittag um fast 9 Prozent.

In einem ersten Schritt eines bis 2024 angelegten Programms will Schaeffler Einsparungen von 90 Millionen Euro erzielen. »Bei unserem neuen Effizienzprogramm geht es um Bremsen und Gasgeben gleichzeitig«, sagte Schaeffler-Chef Rosenfeld im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. »Wenn der erste Schritt mit 90 Millionen Ergebnisverbesserung nicht reicht, dann werden wir noch mal nachlegen.«

Die Maßnahmen treffen insbesondere die Autozuliefersparte. Rund 900 Stellen in den europäischen Werken sollen insgesamt wegfallen, 700 davon in Deutschland. »Standorte zu konsolidieren heißt nicht, sie einfach kalt zu schließen«, sagte Rosenfeld. Auch Verkäufe von Randaktivitäten aus den Bereichen Motoren- und Getriebesysteme seien denkbar, hieß es. Betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen sollen vermieden werden.

Schaeffler hatte schon früh im vergangenen Jahr vor widrigen Bedingungen in der Industrie gewarnt. Doch die Probleme der Branche in Europa wegen des neuen Abgas- und Verbrauchstests WLTP sowie des Automarkts in China wegen des Zollstreits mit den USA verschärften sich im zweiten Halbjahr noch spürbar.

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