Plagiarius 2019: Faked in China

Beim diesjährigen Plagiarius-Award haben Produktfälscher aus China den Rest der Welt weit hinter sich gelassen. Von einem deutschen Produkt wurden nicht weniger als 19 nachgemachte Varianten entdeckt.

Der kleine Zwerg mit der symbolischen goldenen Nase geht jedes Jahr an besonders dreiste Nachahmer und Plagiatoren
(Foto: Aktion Plagiarius e.V.)

Mit seinem inzwischen weltweit bekannten und gefürchteten Negativ-Award »Plagiarius« führt die Aktion Plagiarius e.V. den Konsumenten jedes Jahr allzu deutlich vor Augen, wie verbreitet der Diebstahl geistigen Eigentums in unserer Welt ist und wie dreist die Plagiatoren dabei oft vorgehen. Meist sind die Preisträger zumindest optisch kaum von den Originalen zu unterscheiden, hinter denen teils jahrelange Entwicklungsarbeit unter Einsatz enormer Ressourcen und großen Know-hows steckt. Spätestens auf den zweiten Blick können die Kopien dann allerdings auch für den Plagiator und die Kunden zum echten Problem werden. Sei es, weil der Nachmacher öffentlich an den Pranger gestellt wird, oder weil so manchem vermeintlich cleveren Online-Schnäppchenjäger seine so manchem vermeintlich cleveren Online-Schnäppchenjäger seine Sparsamkeit aufgrund technischer Unzulänglichkeiten im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren fliegt.

So fanden die europäischen Zollbehörden etwa unter den mehr als 31 Millionen 2017 beschlagnahmten rechtsverletzenden Produkten auch einige ernsthaft gesundheits- bis lebensgefährliche Waren. Die Palette reichte hier von verunreinigten Parfums und Kosmetika über mangelhafter Elektronikprodukte und gepanschte Lebensmittel bis hin zu schwer schadstoffbelastetem Kinderspielzeug sowie falsch oder gar nicht dosierte Medikamenten. Alleine die beschlagnahmte Ware hatte einen Wert von fast 600 Millionen Euro, angesichts einer sehr hohen Dunkelziffer geht der reale Schaden für Unternehmen und Volkswirtschaften laut der Schätzung von Experten locker in den zweistelligen Milliardenbereich.

Hatte sich in den letzten Jahren noch das Bild ergeben, dass sich das Fälscherhandwerk zunehmend internationalisiert, ist in 2019 ein auffälliger Rückfall in alte Zeiten zu verzeichnen: Von allen Produkten gab es mindestens auch eine Fälschung aus China. Ähnliches verzeichnet auch der aktuelle Produktpiraterie-Bericht des Branchenverbands VDMA. Allerdings ist auch der innerdeutsche »Wettbewerb« hier nicht zu unterschätzen. Denn schon auf dem zweiten Platz liegen Fälschungen aus Deutschland mit einem Anteil von 19 Prozent, knapp vor Italien mit 18 Prozent. Und auch für den Vertrieb der Nachahmungen finden sich durchaus immer wieder bereitwillige Helfer aus Europa.

Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen die diesjährigen Preisträger vor. Wer sich die dreisten Kopien einmal ganz real anschauen will, dem sei unbedingt auch ein Ausflug ins Plagiarius-Museum in Solingen empfohlen.