KI und Internet der Dinge: EU-Kommission billigt Milliarden-Förderung für Mikroelektronik

Die EU-Kommission genehmigt mit Blick auf den Wettbewerb mit China und den USA die Milliarden-schwere Förderung von Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Bereich der Mikrotechnik.

Die neue Bosch-Chipfertigung in Dresden soll gefördert werden
(Foto: Bosch)

Die EU-Kommission genehmigte mit Blick auf den Wettbewerb mit China und den USA einen gemeinsamen Antrag von Italien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland, Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Bereich der Mikrotechnik mit insgesamt 1,75 Milliarden Euro fördern zu dürfen. Dadurch sollen zudem weitere sechs Milliarden Euro an privaten Investitionen mobilisiert werden. In Deutschland könnte die Entwicklung von Chips und Sensoren nach der Entscheidung mit bis zu 820 Millionen Euro gefördert werden. Die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklärt dazu: »Mikroelektronik ist Bestandteil fast aller elektronischen Geräte, die wir im Alltag nutzen, ob es sich um unsere Telefone, Computer, Waschmaschinen oder Autos handelt. Durch Innovation im Bereich Mikroelektronik kann Europa insgesamt einen Innovationsschub erfahren.«

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zeigt sich erfreut über den Beschluss der EU-Kommission: »Mit der Entscheidung wird die Halbleiterkompetenz in Europa und in Deutschland gestärkt.« Deutschland werde rund eine Milliarde Euro in diese Technologie investieren. Insbesondere ein Mikroelektronik-Standort von Bosch in Dresden solle ausgebaut und bis zur ersten gewerblichen Nutzung durch die Bundesregierung unterstützt werden.

Gefördert werden soll vor allem Forschung und Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge sowie des Internets der Dinge, bei dem immer mehr Geräte online miteinander verbunden werden. Insgesamt sind 29 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den vier Ländern an dem Projekt beteiligt. Sie arbeiten gemeinsam an fünf Technologiebereichen; darunter die Entwicklung energieeffizienter Chips, intelligenter Sensoren sowie Ersatzstoffe für den Rohstoff Silizium. Aus Deutschland werden der EU-Kommission zufolge unter anderem Infineon, Bosch, Carl Zeiss und Osram gefördert.