Neue Geoblocking-VO für Online-Händler: Internet-Shopping ohne Grenzen

Günstiger Einkaufen im Ausland? Die neue EU-Regelung gegen Geoblocking beim Online-Shopping schafft die Grundlage: Sie verpflichtet Online-Verkäufer gleiche Einkaufsbedingungen für Endkunden in verschiedenen Ländern zu schaffen.

Online-Shopping im Ausland soll einacher werden
(Foto: Fotolia/Cybrain)

Mit Montag, 3. Dezember, trat die neue EU-Regelung gegen Geoblocking beim Online-Shopping in Kraft. Damit werden Online-Händlern verpflichtet, gleiche Angebote für Käufer aus dem europäischen Ausland zu schaffen. Beispielsweise dürfen ausländische Käufer damit nicht mehr von lokal-spezifischen Angeboten ausgeschlossen oder automatisch auf Webseiten mit höheren Preisen weitergeleitet werden. »Mit den neuen Vorschriften bekommen die Verbraucherinnen und Verbraucher eine größere Auswahl zu wettbewerbsfähigen Preisen und damit auch bessere Angebote«, erklärt hierzu EU-Kommissar Andrus Ansip.

Eine Studie der Preisvergleichsplattform Idealo.de zeigt auf, dass der grenzüberschreitende Online-Einkauf längst gang und gebe ist: Demnach haben vier von zehn Online-Shoppern (42,8 Prozent) bereits Waren im Ausland bestellt und dies erst bei der Lieferung festgestellt. Immerhin fast 71 Prozent der deutschen Shopper haben aber laut der im Sommer 2018 veröffentlichten Umfrage auch schon gezielt im Ausland bestellt. Neben der erweiterten Produktauswahl nennen gut zwei Drittel der Befragten als Grund für die Auslandsbestellung günstigere Preise. Plattformanbieter Idealo.de analyisiert, insbesondere auch bei Technik-Artikeln könnten deutsche Kunden im Ausland günstigere Preise recherchieren. So gab es das Samsung »Galaxy S7« in Italien und Frankreich um bis zu 60 Euro günstiger als in deutschen Shops, analysiert die Firma beispielhaft.

Online-Händler müssen nun schleunigst nachrüsten, um etwaige Kaufanfragen aus dem Ausland korrekt zu begegnen. Dazu gehört, dass automatische Weiterleitungen, beispielsweise auf Seiten in der jeweiligen Sprache des Webseitenbesuchers, künftig nur noch nach ausdrücklicher Zustimmung des Kunden erfolgen dürfen. Die Staaten werden von der Brüsseler Behörde aufgefordert, Verstöße mit wirksamen Strafen zu ahnden. In Deutschland wird das Telekommunikationsgesetz entsprechend geändert, die Bundesnetzagentur ist zuständig, bei Verstößen gegen die Geoblocking-VO Geldbußen in Höhe bis zu 300.000 zu verhängen.