Neuer Deutschland-Chef mit Doppelfunktion: Hektisches Stühlerücken bei Media-Saturn

Als neuer CEO und COO soll jetzt der Österreicher Florian Gietl das Ruder beim trudelnden Handelskonzern MediaMarktSaturn Deutschland herumreißen.

Florian Gietl ist neuer CEO und COO von MedieMarktSaturn Deutschland
(Foto: MediaMarktSaturn)

Das Personalkarussell bei Ceconomy und MediaMarktSaturn dreht sich munter weiter. Nach den Abgängen mehrerer altgedienter Manager wie Pieter Haas und Wolfgang Kirsch wurde jetzt erneut ein neuer Deutschlandchef präsentiert. Ab sofort übernimmt der Österreicher Florian Gietl als CEO und COO in Personalunion die strategische und operative Verantwortung für die beiden Vertriebsmarken beim Handelskonzern. Zum zweiten Mal in Folge wird damit der Staffelstab an den bisherigen Österreich-Chef weitergereicht. Gietl war seit 2011 zunächst COO der österreichischen Landesgesellschaft, bevor er im April 2018 den dortigen CEO-Posten von Ditmar Krusenbaum übernahm, der wiederum in Ingolstadt den – damals noch auf internationale Ebene beförderten – Kirsch als Deutschland-Chef beerbte.

In seiner Doppelfunktion ersetzt Gietl sowohl Krusenbaum, der nun »im gegenseitigen Einvernehmen« in Rente geht, als auch die beiden COOs der Vertriebsmarken. Der bisherige Saturn-COO, Remko Rijnders, bleibt in der Deutschland-Geschäftsführung und übernimmt die Position des COO Einkauf und Supply Chain von Mirko Nägele, der das Unternehmen ebenso wie der bisherige MediaMarkt-COO Lennart Wehrmeier verlassen hat. Gietls bisherige Aufgabe als CEO der Österreichischen Landesgesellschaft geht damit einhergehend an Csongor Nemet über.

Ferran Reverter, Geschäftsführer der MediaMarktSaturn Retail Group, erhofft sich von der Neuaufstellung und Verschlankung des Management-Teams einen positiven Impuls nach den stürmischen Zeiten in den vergangenen Monaten. »2018 war ein herausforderndes Geschäftsjahr für MediaMarktSaturn Deutschland. Unsere strategischen Initiativen, wie zum Beispiel Online und Services, wurden nicht schnell und konsequent genug umgesetzt«, benennt Reverter einige der größten Probleme und gibt auch gleich entsprechende Ziele für das nächste Jahr aus: »Obwohl Fortschritte gemacht wurden, müssen wir die Geschwindigkeit, den Fokus und die Effizienz erhöhen.« Aus seiner Sicht ist Gietl die »folgerichtigste Lösung« für diese Aufgaben.