Lieferengpässe bei Intel-Prozessoren: PC-Assemblierer schlagen Alarm: CPU-Krise wird existenzbedrohend

Die Lieferkrise bei Intel-Prozessoren spitzt sich zu. Die Preise in der Distribution explodieren. Besonders für kleine Assemblierer wird die Situation existenzbedrohend. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Die CPU-Preise explodieren

(Foto: Intel)

Wie sich die Lieferengpässe bereits zugespitzt haben zeigt die Situation in der Distribution. So registriert das ITscope-Marktbarometer derzeit gewaltige Preissprünge bei Intel CPUs. Als Ursache nennt ITscope »die Liefer- und Produktionsengpässe bei Intel, die mutmaßlich auf Probleme bei der Umstellung von 14nm auf 10nm zurückzuführen sind, während andere Player im Chipmarkt – Samsung, sowie Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor (TSMC) sogar schon an der noch effizienteren 7-nm-Technologie arbeiten.«

Intel selbst verweise auf die hohe Nachfrage als Ursache, und sei offensichtlich nicht in der Lage, diese zu bedienen. Auf Nachfrage von ITscope bestätigten die Broadliner Ingram Micro und Also Deutschland, dass aktuell nur noch geringe Stückzahlen im Zwei-Wochen-Rhythmus eintreffen, mit denen zunächst die Vorbestellungen bedient werden. Für das ganze vierte Quartal sei hier noch keine Entwarnung in Sicht. Andere Reseller im Markt nutzen diese Situation aus, und treiben die Preise nach oben. Händler, die nicht warten wollen oder können, müssen daher aktuell Aufschläge bis zu über 50 Prozent über den Preisen hinnehmen, die noch im Sommer üblich waren.

Als beispielhaft für die Entwicklung nennt ITscope den mit 3 GHz getakteten 6-Kerner »Intel Core i5-8500«(BX80684I58500) aus der neuen 8. Generation., dessen HEK ab Mitte September binnen weniger Wochen über 50 Prozent nach oben schnellte. Doch auch ältere CPUs seien genauso betroffen, wie der mit 3,7 GHz getaktete 2-Kerner aus der 6. Generation »Intel Core i3-6100« (BX80662I36100), dessen Preis ebenfalls fast auf das Doppelte gestiegen sei.