Im Temporausch: Europäische Forscher bauen Quantencomputer

Das globale Rennen um ultraschnelle Quantencomputer mit kaum vorstellbarer Rechenleistung hat schon begonnen. Jetzt wollen auch die Europäer mitmischen. Forscher bauen den »OpenSuperQ«.

Europa will bei der Entwicklung von Quantencomputern vorne mitspielen
(Foto: qt.eu / Chrisotpher Dunker)

Es ist ein Wettlauf um den schnellsten Computer der Zukunft. Um einen Computer, der die Informationstechnik revolutioniert - und der in Nullkommanix Probleme lösen kann, die heutige Rechner an ihre Grenze bringen: den Quantencomputer. Jetzt wollen europäische Forscher im globalen Rennen um die Super-Hochleister die Nase vorn haben: Am Montag fiel der Startschuss für ein Forschungsprojekt zum Bau eines europäischen Quantencomputers: Zehn Partner aus Wissenschaft und Industrie sollen in den nächsten drei Jahren den »OpenSuperQ« bauen.

Es werde europaweit der erste Quantencomputer auf diesem Level sein und unter vergleichbaren Systemen weltweit führend, sagt der Koordinator des Projekts, Physik-Professor Frank Wilhelm-Mauch, an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Für den Prototypen, der am Forschungszentrum Jülich (Nordrhein-Westfalen) stehen werde, sei »eine exzellente Auswahl der besten Forscher« aus Deutschland, Spanien, Schweden, der Schweiz und Finnland ins Boot geholt worden.

Das Projekt ist Teil eines eine Milliarde Euro schweren EU-Flaggschiffprogramms zur Erforschung von Quantentechnologien, das am Montag in Wien vorgestellt wurde. Ziel des »Quantum Flagships« ist laut EU-Kommission, die europäische Forschung auf dem Gebiet zu stärken und auszubauen. Mehr als 5.000 Forscher seien insgesamt daran beteiligt. Für den Quantencomputer, der unter der Koordination von Wilhelm-Mauch entsteht, stehen in den ersten drei Jahren gut zehn Millionen Euro bereit.

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